Laut Filmstarts.de sind nun auch Quentin Tarantino und Brad Pitt an den Rechten für Stieg Larssons Millenium-Trilogie (”Verblendung”, “Verdammnis” und “Vergebung”) interessiert. Mehr dazu hier.

Die schwedische Version von “Verblendung” ist dort bereits in den Kinos zu sehen.

Schade, dass ich jetzt nicht berichten kann, dass J.D. Salinger, mittlerweile 90 Jahre alt, selbst eine Fortsetzung seines Meisterwerks veröffentlichen möchte. Nein, ein Nachwuchsautor namens John David California hat es gewagt und bereits Salingers Anwälte am Hals. Mehr dazu auf Spiegelonline.de.

In Schweden läuft der erste Teil bereits im Kino, wann es in Deutschland soweit ist, habe ich leider noch nicht herausgefunden.

Aber hier schon mal der Trailer (Originalton):

Verblendung auf YouTube

Und erste Meinungen von zwei deutschsprachigen Bloggern, die ihn schon gesehen haben: Nr. 1 und Nr. 2

Alles sehr vielversprechend!

… über seine Zeit bei Dracula.
Wenn es bereits vor 100 Jahren das Internet gegeben hätte, vielleicht hätte Bram Stoker auch diesen Weg gewählt:

Sein bekanntester Roman “Dracula“, der aus Tagebucheinträgen besteht, hier als Blog.

Laut Filmstarts.de wird Stephen Kings Turm-Saga nun endlich verfilmt. Regisseur J.J. Abrams und “Lost“-Produzent Damon Lindelof planen sieben Kinofilme. Allerdings geht es erst los, wenn “Lost” beendet ist, was im nächsten Sommer der Fall sein soll.

Das könnte ganz große Klasse werden, aber auch das Gegenteil… Die meisten King-Verfilmungen sind ja in dem einen oder anderem Extrem einzuordnen. Interessant wird es, wenn der Cast bekannt wird. Clint Eastwood, den King beim Schreiben als Roland im Kopf hatte, ist wohl etwas zu alt. Und wird King sich selbst spielen?

Übrigens ist jetzt der zweite Teil der Graphic-Novel-Reihe bei Heyne erschienen: “Der lange Heimweg

YouTube

Nachdem immer wieder Anfragen kamen, habe ich mich erneut auf die Suche gemacht und das sagenumwogene Interview nun an anderer Stelle wiedergefunden. Meine Damen, meine Herren, viel Vergnügen mit Hildegunst von Mythenmetz:

HIER

(Achtung: Die ersten fünf Minuten läuft noch so ein Ilja-Richter-Schlager-Kram, aber dann gehts los!)

Im Urlaub hab ich mir nun den vierten und letzten Teil von Frau Meyers Biss-Reihe vorgenommen. Ich hab ja die wildesten Sachen über dieses Buch gehört, sogar von Orgien und weiteren nicht jugendfreien Inhalten war die Rede. Öhm… hab ich das falsche Buch gelesen? Natürlich kamen die beiden jetzt endlich zur Sache, immerhin mittlerweile verheiratet, aber da wurde immer ganz keusch weggeblendet. Es war zwar von leidenschaftlich zerrissenen Klamotten und ein paar körperlichen Blessuren die Rede, ein Kind ist auch entstanden, doch alles nicht viel anstössiger als heutige Margarine-Werbung. Und der Beischlaf fand nur im Duett statt.
Zwischenzeitlich fand ich es ziemlich langweilig und insgesamt zu konfliktfrei. Das Buch hatte vier Themen. Das erste war die Hochzeit, die ganz fix vorüberging. Dann wurde in den Flitterwochen ein Kind gezeugt, auf das man dann, trotz stark verkürzter Schwangerschaft, sehr lange wartete. Vorher wurde Bella noch schnell zum Vampir gemacht, um die Geburt zu überleben, doch das eine Jahr, das ein normaler Neu-Vampir braucht, um sich an den Zustand zu gewöhnen und in dem der Frischling sehr unzurechnungsfähig ist, brauchte Bella nicht. Sie war sofort kontrolliert und vernünftig, konnte sogar ein paar Tage später schon ihrem Vater vor die Augen treten, ohne ihn beissen zu wollen. Das Kind war natürlich das zauberhafteste und intelligenteste Wesen, das sich die Welt vorstellen kann, kein Mutantenmonster. Und der Vampirclan, der die Schwangerschaft als ungeheuerlichen Tabu-Bruch ansah und sie alle killen wollte, auf dessen Ankunft man ewiglang vorbereitet wurde, ließ sich mit ein paar Wortwechseln und ein bisschen Magie besänftigen.
Außerdem wurde man den Eindruck nicht los, dass das ganze Buch mit der heißen Nadel gestrickt wurde. Die Figuren waren alle ziemlich eindimensional, hier und da Logikfehler (z.B. wurde andauernd betont, dass ein Vampir keinen Herzschlag hat, aber beim frischen Bella-Vampir “schlägt das Herz bis zum Hals”) und die vielen vielen Gäste/Zeugen, die dem Cullen-Clan beistehen wollen, wurden alle haarklein beschrieben, obwohl sie letztendlich keine besondere Rolle gespielt haben. Das war bisschen, wie stundenlang fremde Geburtstagsfeierfotos angucken.
Und am “Ende der Nacht” ist Friede-Freude-Eierkuchen: Alle Vampire haben Frieden miteinander geschlossen, Vampire und Wölfe haben sich auch endlich lieb, Jakob ist nicht mehr hinter Bella her, sondern hinter ihrer Tochter, und Edward und er sind dicke Kumpel geworden. Und wenn sie nicht gestorben sind….

Doch ich will nicht nur meckern: Für junge Mädchen finde ich die ganze Reihe weiterhin empfehlenswert. Es ist zwar etwas heuchlerisch zu behaupten, man solle keinen Sex vor der Ehe haben, wie es hier zwischen den Zeilen rüberkommt, aber ein paar mehr Bücher und Filme (die Teenager ansprechen) mit einem Hauch Moral, viel Liebe und Romantik können in den heutigen Zeiten nicht schaden, wo viele Kinder bereits mit 12 Jahren von einem Bett ins nächste hopsen.

Zwar nicht ausschließlich, aber größtenteils auf dem Balkon gelesen. Danke, liebe Sonne! ;-)

Notizbücher von Raymond Chandler
Von Chandler kannte ich bisher nur ein paar Kurzgeschichten und weiß, dass er die Philip Marlowe-Reihe geschrieben hat. Aber ich mochte seine Kurzgeschichten und Notizen von Schriftstellern lese ich ohnehin gern. Das dünne Taschenbuch hat wirklich einiges zu bieten: Vorwort von Patricia Highsmith, drei Kurzgeschichten, Notizen, Skizzen, Essays und Titelideen.
Chandler war schon ein Großer, ein Wortmagier, immer wieder gibt es unglaublich geschmeidige Zeilen, die man sich wie Karamell auf der Zunge zergehen lassen muss. Z.B.: “Das Haus selbst war ein herrlicher Bau im traditionellen elisabethanischen Stil, rote, mit der Zeit dunkel gewordene Backsteine und dick mit Blei verglaste Erkerfenster. Fette Spinnen schliefen dahinter wie Bischöfe, und ihre Netze verhängten stellenweise das Glas, und schläfrig äugten sie heraus, wo einst habichtgesichtigte Dandys in geschlitzten Wämsern auf England hinausgeblickt hatten, unbefriedigt in ihren hitzigen Tagen von dessen klösterlichem Charme.” (S. 29 – aus der Kurzgeschichte “Englischer Sommer”)

Die Hexen von Eastwick von John Update Updike
Wo nun kürzlich die Fortsetzung (Die Witwen von Eastwick) erschienen ist, fand ich es an der Zeit, mich dem ersten Teil zu widmen, den ich bisher nur als Film kannte.
Die Handlung (setze ich einfach mal als grob bekannt voraus) und besonders das Ende unterscheiden sich bei beiden Medien ein wenig. Updikes Stil war mir manchmal zu überladen und verquatscht, und, mir hat das Ende im Film besser gefallen. Doch insgesamt war es ein unterhaltsames Lesevergnügen.

Unser allerbestes Jahr von David Gilmour
Wohl ein autobiographischer Roman, wenn man den Danksagungen Glauben schenken kann. Aber eigentlich total egal, denn es war ein Buch, das mir wirklich Spaß gemacht hat! David macht seinem lernfaulen Sohn einen unglaublichen Vorschlag: Er braucht nicht mehr zur Schule gehen, darf kostenfrei zu Hause wohnen bleiben, aber muss jede Woche mit seinem Vater drei Filme ansehen, die dieser ausgesucht hat. Natürlich schlägt Jesse sofort ein. Obwohl David manchmal leise Zweifel an seiner Idee kommen, ziehen die beiden es durch.
Ein wirklich schönes und warmes Buch über das Erwachsenwerden, Vater-und-Sohn-Beziehungen und über Filme. Zu vielen der angesehenen Filme gibt es interessante Anekdoten, Hintergrundwissen und Hinweise auf bestimmte Szenen. Toll!

Die Stadt der Diebe von David Benioff
Auch hier die Frage, ob es wirklich auf einer wahren Geschichte beruht; Im Vorwort erzählt David Benioff von einem Besuch bei seinen Großeltern und fragt diese nach ihrer Vergangenheit. Sein Großvater wird nun unser Ich-Erzähler und berichtet aus seiner Jugend in Leningrad. Im Winter 1942 ist Lew 17 Jahre alt, Kälte und Hunger beherrschen die belagerte Stadt. Er wird erwischt, als er einen toten deutschen Soldaten beklaut und landet zusammen mit dem charismatischen Soldaten Kolja, der sich unerlaubt von der Truppe entfernt hat, im Knast. Statt der befürchteten Todesstrafe erhalten die beiden eine Chance: Sollten sie innerhalb einer Woche 12 Eier für die Hochzeitstorte der Tochter des NWKD-Offiziers besorgen, dürfen sie am Leben bleiben. Eine fast unmögliche Aufgabe…
Ein großartiger Roman! Eine abenteuerliche und  spannende Geschichte, grandios geschrieben, mit interessanten Figuren und einer dichten Atmosphäre, absolut empfehlenswert!

Nachdem sich weltweit die Fans von Stieg Larsson damit abgefunden haben, dass mit “Vergebung” diese herausragende Reihe mit Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander endet, gibt es nun Gerüchte über einen vierten Teil, der sich noch auf dem Notebook des verstorbenen Journalisten und Schriftstellers befindet.
Leider sehen die Chancen schlecht aus, dass dieser so bald im Buchhandel landet, denn zwischen der Familie und seiner langjährigen Freundin, die im Besitz des Notebooks ist, gibt es einen erbitterten Rechtsstreit. Da sie nicht verheiratet waren, ging seine Freundin bisher leer aus, obwohl man nach 25 Jahren Beziehung sehr wohl von “Eheähnlicher Beziehung” sprechen kann. Das Manuskript, wobei nicht bekannt ist, in welchem Stadium der Fertigstellung es sich bei seinem Tod befand, ist nun ein Vermögen wert.
Übrigens waren wohl ursprünglich 10 Teile geplant. Echt ein Jammer, dass es dazu nie kommen wird, aber allein schon ein vierter Band wäre der Hammer! Sofern der kein offenes Ende hat wie die “Verdammnis“…

Mehr dazu hier.

Wer heute (bzw. gestern) eine kichernde Buchhändlerin mit Lachtränen in den Augen gesehen hat, könnte mir begegnet sein: Immer, wenn mal ein paar Minuten Zeit war, hab ich in “Scheissleben” geblättert.
Seit 2008 gibt es in Frankreich einen Blog, in dem Leute von ihren kleinen Alltagserlebnissen der ärgerlichen, tragischen oder einfach nur komischen Art berichten. 850 davon haben es in dieses Buch geschafft. Herrlich!
Ein deutsches Pendant gibt es hier: Das Leben ist Scheisse.