Archiv nach Monaten: April 2008

Die Wahl war auf „Bad Monkeys“ von Matt Ruff gefallen. Die ersten Seiten waren auch recht vielversprechend. Das ganze Buch besteht aus einem Interview zwischen einem Psychiater der Strafvollzugsanstalt und Jane Charlotte, die wegen Mordes angeklagt wurde. Doch sie behauptet, Mitglied einer geheimen Organisation zu sein, die schlechte Menschen (schlechte Affen) tötet, damit diese nicht noch mehr Schaden anrichten können. Sie erzählt ihre zum Teil widersprüchliche Geschichte und am Ende ist doch wieder alles ganz anders.

Die Idee an sich hat mir sehr gut gefallen, es gab auch einige spannende Momente, aber insgesamt liegt dieser Roman weit hinter „Ich und die anderen“ und „Fool on the hill“! Die meisten Nebenfiguren bleiben sehr wage und zu Jane Charlotte bekam ich auch keinen richtigen Draht. Dass sie nicht als rein positive Person wahrgenommen werden soll, wird schnell klar, doch auf den Keks gehen sollte sie bestimmt nicht.

Erst vor ein paar Wochen habe ich ein ähnliches Buch gelesen, auch hier war ein Gespräch mit einem Psychiater das Grundgerüst um eine wilde Geschichte: „Der geniale Mr. Fletcher“ von Craig Clevenger.
(Übrigens wieder eine Empfehlung von Chuck Palahniuk und wieder ein Treffer!)
John Dolan Vincent wechselt häufig seine Identitäten. Das fällt ihm nicht schwer, denn er hat sich zu einem erstklassigen Fälscher entwickelt. Aufgrund einer Überdosis von Medikamenten und Drogen ist er im Krankenhaus gelandet und steht unter Suizidverdacht. Der Psychologe soll nun herausfinden, ob der Patient entlassen werden darf. John Vincent, der derzeit Daniel Fletcher heißt, steht nun vor der Herausforderung, eine komplette normale Vergangenheit für seine geklaute Persönlichkeit abzuliefern, während sein wirkliches Leben bisher alles andere als normal war. Ein spannendes Kammerspiel und eine noch spannendere und interessante Lebensgeschichte!
Auch hier hab ich keine übergroße Sympathie für die Hauptfigur entwickelt, aber dafür stimmte die Chemie und es war einfach ein richtig klasse Trip durch ein ungewöhnliches Leben!

Nomen est omen:
Die schlechten Affen bekommen 6 von 10 Punkten.
Der geniale Mr. Fletcher hat sich 9 von 10 Punkten verdient! (Im August kommt der Roman als Taschenbuch raus)

… eines der schönsten, die es gibt: Vor mir liegen „Bad Monkeys“ von Matt Ruff und „Rohstoff“ von Jörg Fauser (war keine Herausforderung es zu bekommen, Ray, bestellt und am nächsten Tag war es da ;-) , beide noch wunderbar neu und eingeschweißt, und ich hab keinen Schimmer, welches ich nun als erstes von der Folie befreien und lesen werde.
Matt Ruff hatte mich damals mit „Fool on the hill“ überrascht und begeistert, mit „Ich und die anderen“ hatte ich mir atemlos die Nacht um die Ohren gehaun’, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte. Ich gehe davon aus, mit „Bad Monkeys“ ähnliches zu erleben – weswegen ich auch nicht auf die Taschenbuchausgabe warten konnte.
Wie oft mir schon der „Rohstoff“ empfohlen wurde (oder ich über positive Erwähnungen gestolpert bin), weiß ich gar nicht, sehr oft jedenfalls, und am Wochenende ein weiteres Mal. Wird wohl Zeit, endlich diese Wissenslücke zu schließen, dachte ich mir am Montag. Nun liegt es ganz verheißungsvoll vor mir.
Neben den bösen Affen. (Der Ruff hat diesmal sogar ein äußerst cooles Cover!)

Ich schätze mal, da bleibt nur der Griff zur Münze, zwei Streichhölzern oder zwei Zetteln. *g*

Für den frühen Abend waren Gewitter angesagt, aber der Himmel blieb blau und der Wind hatte nachgelassen.
Vorhin habe ich die erste „Betty Blue„-CD gehört: Doch, Ben Becker passt wie die Faust aufs Auge! Nur seine Betty-Stimme klingt noch etwas ungewohnt.

Die letzte Seite vom „Teuflischen Genie“ ist gelesen und der Roman hat sich gute 8 von 10 Punkten verdient. Die zweite Hälfte war ernster, sehr spannend, weiterhin unterhaltsam und hatte noch einige Überraschungen zu bieten! Übrigens sollen noch zwei weitere Teile erscheinen.
Werden eigentlich nur noch Trilogien geschrieben?

Heute hab ich erfahren, dass das „Betty Blue„-Hörbuch (gelesen von Ben Becker) in meiner alten Filale auf mich wartet. Bin schon mordsgespannt und werde ihn garantiert nicht lange warten lassen!

Das „Teuflische Genie“ ist bald beendet und macht richtig Spaß! Als Kinderbuch würde ich es jetzt nicht mehr bezeichnen, dafür gibt es zuviele Tote, und es ist auch sonst eher für ältere Jugendliche und Erwachsene geeignet. Der Stil und die verrückten Einfälle erinnern an die guten Romane von Christopher Moore.

Vorhin habe ich die „Verblendung“ ausgelesen und warte nun sehnsüchtig auf September, wo die Taschenbuchausgabe von „Verdammnis“ erscheinen soll. Auch ich stimme begeistert in den Chor der Larsson-Anhänger ein: Verdammt, war das gut!!!
Der Roman war soweit in sich abgeschlossen, man muss die „Verdammnis“ nicht lesen, zumindest nicht aus diesem Grund. Aber man muss ihn lesen, weil man mehr über die Figuren erfahren will, allen voran die Hauptfiguren Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander. Und gerade um Salanders Vergangenheit soll es in der „Verdammnis“ gehen, was ohnehin verspricht äußerst spannend zu werden. In dem Spiegel-Artikel, der mich auf die Millienium-Trilogie brachte, wurde sie als „Pippi Langstrumpf“ der heutigen Zeit beschrieben. Dem Vergleich stimme ich zu, nur ist es eine sehr düstere „Pippi Langstrumpf“-Version, die nicht fröhlich singend auf einem Pferd durchs Wohnzimmer reitet oder für die Dorfkinder Goldstücke in Süßigkeiten umsetzt. Auch Lisbeth ist unkonventionell und sehr direkt im Umgang mit anderen Menschen, doch vermeidet ihn, wo es nur geht und lässt niemanden an sich heran. Sie hackt Computer, ist gefährlich rachsüchtig, überdurchschnittlich intelligent, hat ein photographisches Gedächtnis und ihre Vergangenheit ist ein großes Geheimnis.
Man muss ihn lesen, weil Larrsons Stil einfach großartig ist, weil er die den schmalen Grad getroffen hat, genauso intelligent wie unterhaltsam mehrere komplexe Handlungsstränge so geschickt miteinander zu verweben, dass man ihm jedes Wort glaubt und, trotz der vielen Namen, nie den Überblick verliert. Geschweige denn, einen Punkt findet, um freiwillig mal eine Lesepause einzulegen…
Im vergangenen Monat sollten die Dreharbeiten für die Verfilmung begonnen haben. Der Stoff bietet sich ja an, nun bleibt zu hoffen, dass das Ergebnis wenigstens halb so gut wie die Vorlage wird!

Nun zurück zum „Teuflischen Genie“, das mich bitte genauso in seinen Bann ziehen darf!
(Was ich im Moment für nicht so wahrscheinlich halte, die Messlatte hängt gerade ziemlich hoch…)

Natürlich konnte ich nicht widerstehen und hab mir die Verblendung gekauft. Dank Räumarbeiten (siehe Scrapblog) bin ich erst bis Seite 159 gekommen, das Teuflische Genie macht derweil Pause.
Bisher bin ich schwer begeistert und werde es mir gleich wieder schnappen, um damit diesen angenehmen Tag zu beenden. Ganz kurz zum Inhalt: Vor 40 Jahren ist die Enkelin eines reichen Geschäftsmannes spurlos verschwunden. Doch jedes Jahr erhält er an seinem Geburtstag anonym eine gepresste Blume mit der Post, ein Geschenk, das er zuvor immer von seiner Enkelin bekam. Was damals geschehen ist und wer hinter den Blumengeschenken steckt, sollen nun der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeht Salander herausfinden. Zwei sehr interessante und vielschichtige Hauptfiguren, die man im sonstigen Krimi-Einerlei oft vermisst hat, gut geschrieben und jetzt schon spürbar eine raffiniert ausgetüftelte Handlung.
Sollte es so spannend bleiben, werde ich wohl die ganze „Millenium„-Trilogie von Stieg Larsson lesen müssen… ;-)

In dieser Woche meinten gleich zwei Kunden, uns durchschaut zu haben, erst eine ältere Dame, ein paar Tage später ein Herr, ebenfalls im Rentenalter. Die Gespräche liefen sehr ähnlich ab:

Kunde: Das ist ja gar kein Sonderpreis! (deutet erst auf den vorderen Sonderpreisaufkleber mit dem alter/neuer Preisvergleich, dann triumphierend auf das reguläre Preisetikett auf der Rückseite, auf dem natürlich der aktuelle Sonderpreis steht)

Ich: Doch, das Buch ist preisreduziert. Damit wir an der Kasse den richtigen Preis scannen, drucken wir natürlich neue Etiketten.

Kunde winkt wenig überzeugt und gereizt ab: Ach, erzählen sie mir doch nichts… (dreht sich um und geht)

Ich hab keine Ahnung, wie das in anderen Branchen läuft, aber im Buchhandel, mit seiner Buchpreisbindung, MUSS der „alte Preis“, der auf MA-Ware (Modernes Antiquariat) angegeben wird, schon der echte alte (Fest-)Preis sein.
Zum Glück freut sich der Großteil der Kunden einfach über die Schnäppchen, ohne gleich Betrug dahinter zu vermuten!

Heute Vormittag beim Zahnarzt hab ich im Spiegel geblättert und einen Artikel über Stieg Larsson gelesen. Von dem ist nun der dritte Roman erschienen, „Vergebung“, den ich auch schon bei uns im Laden gesehen habe. Bisher war er einer dieser Autoren, der mir nur vom Namen her etwas sagt sind, Inhalt seiner Romane und Näheres zur Person waren mir unbekannt.
Nun weiß ich, dass er, gerade mal 50 Jahre alt, 2004 an einem Herzinfarkt gestorben ist (in einem Fitnesscenter, wenn ich mich recht erinnere), seine Trilogie aus seinem Nachlass veröffentlicht wurde und verflucht gut sein soll (so auch die fast einhellige Meinung in den vielen Rezensionen, die ich auf den einschlägigen Seiten gelesen hab). Na, wenn das nicht gemein ist: Da schreibt ein Journalist und Sachbuchautor gleich drei Romane, die erst nach seinem Tod veröffentlicht werden, und alle drei klettern nun um die Wette die Bestsellerlisten hoch (momentan befinden sich „Verblendung“ und „Vergebung“ unter den ersten 10) – er wird nie von seinem Ruhm erfahren und die Leser werden niemals Nachschlag erhalten…
Den ersten Teil, die „Verblendung“, hab ich mir vorhin auf Arbeit gleich mal geschnappt und zurückgelegt. Ich befürchte, den werde ich mir kaufen müssen, um meine Neugier zu stillen… ;-)

Momentan lese ich das „Teuflische Genie“ von Catherine Jinks, ein echter Hingucker! Schon als ich ihn im Dezember im Katalog sah, blieb mein Blick darauf kleben. Doch auch der Inhalt klang nach guter Unterhaltung: „Mit sieben Jahren lernt Cadel, wie man sich in Computernetzwerke hackt. Mit acht legt er schon ganze Städte lahm. Und mit vierzehn beginnt er, sich auf ein großes Ziel vorzubereiten: die Weltherrschaft! Da gibt es nur ein Problem: Cadel soll durch und durch böse sein – und ist eigentlich ein richtig netter Junge …“ (so der Klappentext)
Bisher, Seite 60, liest es sich ausgesprochen gut, ich hoffe, das bleibt auch so! Ob es ein Roman für Erwachsene (darunter läuft es bei uns in der Datenbank) oder doch eher ein Jugendbuch ist (klingt ja schon ein wenig nach Artemis Fowl, nur ohne phantastische Wesen), kann ich noch nicht sagen. Aber eigentlich auch egal, oder?