Die Wahl war auf „Bad Monkeys“ von Matt Ruff gefallen. Die ersten Seiten waren auch recht vielversprechend. Das ganze Buch besteht aus einem Interview zwischen einem Psychiater der Strafvollzugsanstalt und Jane Charlotte, die wegen Mordes angeklagt wurde. Doch sie behauptet, Mitglied einer geheimen Organisation zu sein, die schlechte Menschen (schlechte Affen) tötet, damit diese nicht noch mehr Schaden anrichten können. Sie erzählt ihre zum Teil widersprüchliche Geschichte und am Ende ist doch wieder alles ganz anders.
Die Idee an sich hat mir sehr gut gefallen, es gab auch einige spannende Momente, aber insgesamt liegt dieser Roman weit hinter „Ich und die anderen“ und „Fool on the hill“! Die meisten Nebenfiguren bleiben sehr wage und zu Jane Charlotte bekam ich auch keinen richtigen Draht. Dass sie nicht als rein positive Person wahrgenommen werden soll, wird schnell klar, doch auf den Keks gehen sollte sie bestimmt nicht.
Erst vor ein paar Wochen habe ich ein ähnliches Buch gelesen, auch hier war ein Gespräch mit einem Psychiater das Grundgerüst um eine wilde Geschichte: „Der geniale Mr. Fletcher“ von Craig Clevenger.
(Übrigens wieder eine Empfehlung von Chuck Palahniuk und wieder ein Treffer!)
John Dolan Vincent wechselt häufig seine Identitäten. Das fällt ihm nicht schwer, denn er hat sich zu einem erstklassigen Fälscher entwickelt. Aufgrund einer Überdosis von Medikamenten und Drogen ist er im Krankenhaus gelandet und steht unter Suizidverdacht. Der Psychologe soll nun herausfinden, ob der Patient entlassen werden darf. John Vincent, der derzeit Daniel Fletcher heißt, steht nun vor der Herausforderung, eine komplette normale Vergangenheit für seine geklaute Persönlichkeit abzuliefern, während sein wirkliches Leben bisher alles andere als normal war. Ein spannendes Kammerspiel und eine noch spannendere und interessante Lebensgeschichte!
Auch hier hab ich keine übergroße Sympathie für die Hauptfigur entwickelt, aber dafür stimmte die Chemie und es war einfach ein richtig klasse Trip durch ein ungewöhnliches Leben!
Nomen est omen:
Die schlechten Affen bekommen 6 von 10 Punkten.
Der geniale Mr. Fletcher hat sich 9 von 10 Punkten verdient! (Im August kommt der Roman als Taschenbuch raus)