Archiv nach Monaten: April 2009

Laut Filmstarts.de wird Stephen Kings Turm-Saga nun endlich verfilmt. Regisseur J.J. Abrams und „Lost„-Produzent Damon Lindelof planen sieben Kinofilme. Allerdings geht es erst los, wenn „Lost“ beendet ist, was im nächsten Sommer der Fall sein soll.

Das könnte ganz große Klasse werden, aber auch das Gegenteil… Die meisten King-Verfilmungen sind ja in dem einen oder anderem Extrem einzuordnen. Interessant wird es, wenn der Cast bekannt wird. Clint Eastwood, den King beim Schreiben als Roland im Kopf hatte, ist wohl etwas zu alt. Und wird King sich selbst spielen?

Übrigens ist jetzt der zweite Teil der Graphic-Novel-Reihe bei Heyne erschienen: „Der lange Heimweg

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Nachdem immer wieder Anfragen kamen, habe ich mich erneut auf die Suche gemacht und das sagenumwogene Interview nun an anderer Stelle wiedergefunden. Meine Damen, meine Herren, viel Vergnügen mit Hildegunst von Mythenmetz:

HIER

(Achtung: Die ersten fünf Minuten läuft noch so ein Ilja-Richter-Schlager-Kram, aber dann gehts los!)

Im Urlaub hab ich mir nun den vierten und letzten Teil von Frau Meyers Biss-Reihe vorgenommen. Ich hab ja die wildesten Sachen über dieses Buch gehört, sogar von Orgien und weiteren nicht jugendfreien Inhalten war die Rede. Öhm… hab ich das falsche Buch gelesen? Natürlich kamen die beiden jetzt endlich zur Sache, immerhin mittlerweile verheiratet, aber da wurde immer ganz keusch weggeblendet. Es war zwar von leidenschaftlich zerrissenen Klamotten und ein paar körperlichen Blessuren die Rede, ein Kind ist auch entstanden, doch alles nicht viel anstössiger als heutige Margarine-Werbung. Und der Beischlaf fand nur im Duett statt.
Zwischenzeitlich fand ich es ziemlich langweilig und insgesamt zu konfliktfrei. Das Buch hatte vier Themen. Das erste war die Hochzeit, die ganz fix vorüberging. Dann wurde in den Flitterwochen ein Kind gezeugt, auf das man dann, trotz stark verkürzter Schwangerschaft, sehr lange wartete. Vorher wurde Bella noch schnell zum Vampir gemacht, um die Geburt zu überleben, doch das eine Jahr, das ein normaler Neu-Vampir braucht, um sich an den Zustand zu gewöhnen und in dem der Frischling sehr unzurechnungsfähig ist, brauchte Bella nicht. Sie war sofort kontrolliert und vernünftig, konnte sogar ein paar Tage später schon ihrem Vater vor die Augen treten, ohne ihn beissen zu wollen. Das Kind war natürlich das zauberhafteste und intelligenteste Wesen, das sich die Welt vorstellen kann, kein Mutantenmonster. Und der Vampirclan, der die Schwangerschaft als ungeheuerlichen Tabu-Bruch ansah und sie alle killen wollte, auf dessen Ankunft man ewiglang vorbereitet wurde, ließ sich mit ein paar Wortwechseln und ein bisschen Magie besänftigen.
Außerdem wurde man den Eindruck nicht los, dass das ganze Buch mit der heißen Nadel gestrickt wurde. Die Figuren waren alle ziemlich eindimensional, hier und da Logikfehler (z.B. wurde andauernd betont, dass ein Vampir keinen Herzschlag hat, aber beim frischen Bella-Vampir „schlägt das Herz bis zum Hals“) und die vielen vielen Gäste/Zeugen, die dem Cullen-Clan beistehen wollen, wurden alle haarklein beschrieben, obwohl sie letztendlich keine besondere Rolle gespielt haben. Das war bisschen, wie stundenlang fremde Geburtstagsfeierfotos angucken.
Und am „Ende der Nacht“ ist Friede-Freude-Eierkuchen: Alle Vampire haben Frieden miteinander geschlossen, Vampire und Wölfe haben sich auch endlich lieb, Jakob ist nicht mehr hinter Bella her, sondern hinter ihrer Tochter, und Edward und er sind dicke Kumpel geworden. Und wenn sie nicht gestorben sind….

Doch ich will nicht nur meckern: Für junge Mädchen finde ich die ganze Reihe weiterhin empfehlenswert. Es ist zwar etwas heuchlerisch zu behaupten, man solle keinen Sex vor der Ehe haben, wie es hier zwischen den Zeilen rüberkommt, aber ein paar mehr Bücher und Filme (die Teenager ansprechen) mit einem Hauch Moral, viel Liebe und Romantik können in den heutigen Zeiten nicht schaden, wo viele Kinder bereits mit 12 Jahren von einem Bett ins nächste hopsen.

Zwar nicht ausschließlich, aber größtenteils auf dem Balkon gelesen. Danke, liebe Sonne! ;-)

Notizbücher von Raymond Chandler
Von Chandler kannte ich bisher nur ein paar Kurzgeschichten und weiß, dass er die Philip Marlowe-Reihe geschrieben hat. Aber ich mochte seine Kurzgeschichten und Notizen von Schriftstellern lese ich ohnehin gern. Das dünne Taschenbuch hat wirklich einiges zu bieten: Vorwort von Patricia Highsmith, drei Kurzgeschichten, Notizen, Skizzen, Essays und Titelideen.
Chandler war schon ein Großer, ein Wortmagier, immer wieder gibt es unglaublich geschmeidige Zeilen, die man sich wie Karamell auf der Zunge zergehen lassen muss. Z.B.: „Das Haus selbst war ein herrlicher Bau im traditionellen elisabethanischen Stil, rote, mit der Zeit dunkel gewordene Backsteine und dick mit Blei verglaste Erkerfenster. Fette Spinnen schliefen dahinter wie Bischöfe, und ihre Netze verhängten stellenweise das Glas, und schläfrig äugten sie heraus, wo einst habichtgesichtigte Dandys in geschlitzten Wämsern auf England hinausgeblickt hatten, unbefriedigt in ihren hitzigen Tagen von dessen klösterlichem Charme.“ (S. 29 – aus der Kurzgeschichte „Englischer Sommer“)

Die Hexen von Eastwick von John Update Updike
Wo nun kürzlich die Fortsetzung (Die Witwen von Eastwick) erschienen ist, fand ich es an der Zeit, mich dem ersten Teil zu widmen, den ich bisher nur als Film kannte.
Die Handlung (setze ich einfach mal als grob bekannt voraus) und besonders das Ende unterscheiden sich bei beiden Medien ein wenig. Updikes Stil war mir manchmal zu überladen und verquatscht, und, mir hat das Ende im Film besser gefallen. Doch insgesamt war es ein unterhaltsames Lesevergnügen.

Unser allerbestes Jahr von David Gilmour
Wohl ein autobiographischer Roman, wenn man den Danksagungen Glauben schenken kann. Aber eigentlich total egal, denn es war ein Buch, das mir wirklich Spaß gemacht hat! David macht seinem lernfaulen Sohn einen unglaublichen Vorschlag: Er braucht nicht mehr zur Schule gehen, darf kostenfrei zu Hause wohnen bleiben, aber muss jede Woche mit seinem Vater drei Filme ansehen, die dieser ausgesucht hat. Natürlich schlägt Jesse sofort ein. Obwohl David manchmal leise Zweifel an seiner Idee kommen, ziehen die beiden es durch.
Ein wirklich schönes und warmes Buch über das Erwachsenwerden, Vater-und-Sohn-Beziehungen und über Filme. Zu vielen der angesehenen Filme gibt es interessante Anekdoten, Hintergrundwissen und Hinweise auf bestimmte Szenen. Toll!

Die Stadt der Diebe von David Benioff
Auch hier die Frage, ob es wirklich auf einer wahren Geschichte beruht; Im Vorwort erzählt David Benioff von einem Besuch bei seinen Großeltern und fragt diese nach ihrer Vergangenheit. Sein Großvater wird nun unser Ich-Erzähler und berichtet aus seiner Jugend in Leningrad. Im Winter 1942 ist Lew 17 Jahre alt, Kälte und Hunger beherrschen die belagerte Stadt. Er wird erwischt, als er einen toten deutschen Soldaten beklaut und landet zusammen mit dem charismatischen Soldaten Kolja, der sich unerlaubt von der Truppe entfernt hat, im Knast. Statt der befürchteten Todesstrafe erhalten die beiden eine Chance: Sollten sie innerhalb einer Woche 12 Eier für die Hochzeitstorte der Tochter des NWKD-Offiziers besorgen, dürfen sie am Leben bleiben. Eine fast unmögliche Aufgabe…
Ein großartiger Roman! Eine abenteuerliche und  spannende Geschichte, grandios geschrieben, mit interessanten Figuren und einer dichten Atmosphäre, absolut empfehlenswert!

Nachdem sich weltweit die Fans von Stieg Larsson damit abgefunden haben, dass mit „Vergebung“ diese herausragende Reihe mit Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander endet, gibt es nun Gerüchte über einen vierten Teil, der sich noch auf dem Notebook des verstorbenen Journalisten und Schriftstellers befindet.
Leider sehen die Chancen schlecht aus, dass dieser so bald im Buchhandel landet, denn zwischen der Familie und seiner langjährigen Freundin, die im Besitz des Notebooks ist, gibt es einen erbitterten Rechtsstreit. Da sie nicht verheiratet waren, ging seine Freundin bisher leer aus, obwohl man nach 25 Jahren Beziehung sehr wohl von „Eheähnlicher Beziehung“ sprechen kann. Das Manuskript, wobei nicht bekannt ist, in welchem Stadium der Fertigstellung es sich bei seinem Tod befand, ist nun ein Vermögen wert.
Übrigens waren wohl ursprünglich 10 Teile geplant. Echt ein Jammer, dass es dazu nie kommen wird, aber allein schon ein vierter Band wäre der Hammer! Sofern der kein offenes Ende hat wie die „Verdammnis„…

Mehr dazu hier.

Wer heute (bzw. gestern) eine kichernde Buchhändlerin mit Lachtränen in den Augen gesehen hat, könnte mir begegnet sein: Immer, wenn mal ein paar Minuten Zeit war, hab ich in „Scheissleben“ geblättert.
Seit 2008 gibt es in Frankreich einen Blog, in dem Leute von ihren kleinen Alltagserlebnissen der ärgerlichen, tragischen oder einfach nur komischen Art berichten. 850 davon haben es in dieses Buch geschafft. Herrlich!
Ein deutsches Pendant gibt es hier: Das Leben ist Scheisse.

Nö, nix Illuminaten, nur Literaten (oder solche, die es gern wären).

Seit meinem letzten Rezi-Report ist eine ganze Handvoll (Hier ist sie schon, die erste 5…) an Monaten ins Land gezogen. Bei der Menge werde ich mich kurz fassen. Los gehts:

1. Physic von Angie Sage
Die herrliche Jugendbuch-Reihe um den Zauberlehrling Septimus Heap geht in die dritte Runde und kann locker mit den beiden Vorgängern (Magyk und Flyte) mithalten. Diesmal befreit der Vater von Septimus versehentlich den Geist einer grausamen Königin, die schon einige Jahrhunderte darauf wartet, ihre bösartigen Pläne in die Tat umzusetzen. Toll!

2. Snuff von Chuck Palahniuk
Der ganze Roman spielt an einem Tag in einem Wartezimmer. In diesem Wartezimmer warten 600 Männer darauf mit einer Frau einen Rekord zu brechen: Der nicht mehr ganz so junge Porno-Star Cassie Wright will an einem Tag vor laufender Kamera mit 600 verschiedenen Männern Sex haben, was sie allein aus medizinischer Sicht wohl nicht überleben wird.
Unter den Wartenden ein junger Mann, der sich sicher ist, ihr Sohn zu sein.
Ein recht dünner und unterhaltsamer Roman, mit sehr viel weniger Sexszenen, als man vermuten würde, im gewohnten Palahniuk-Stil. Mir hat er wieder besser gefallen als sein letzter Roman Das Kainsmal.

3. Das Böse in uns von Cody McFadyen
Nach Die Blutlinie und Der Todeskünstler der dritte Teil mit der FBI-Agentin Smoky Barrett. Leider der bisher schwächste. Waren die beiden ersten Teile außerordentlich spannend, war dieser hier gerade mal mittelmäßig. Die Szene, die auf dem Klappentext beschrieben wird, gibt es im ganzen Buch nicht, die Story plätschert streckenweise nur so vor sich hin, und wirkt oftmals mehr wie ein langatmiger Brief, in dem auch ausführlich erzählt wird, was in den beiden ersten Romanen passierte, obwohl es für diese Handlung nicht wichtig war.
Nicht für Einsteiger in die Reihe geeignet (die anderen sind bedeutend besser!). Es bleibt die Hoffnung, dass mit dem vierten Band die Qualitätskurve wieder nach oben steigt!

4. Dieses Buch wird ihr Leben retten von A. M. Homes
Dieses Buch wurde mir mehrfach von Kunden empfohlen. Der Titel ist ungewöhnlich, das Buch nicht so sehr. Eine nette Geschichte über einen Mann, der sich selbst vom Leben ausgesperrt hat und nach einem eingebildeten Herzinfarkt wieder dorthin (und damit auch zu sich selbst) zurückfindet. Teilweise lustig und unterhaltsam, teilweise etwas übertrieben, manchmal etwas kitschig und unrealistisch. Insgesamt: Ganz nett.

5. Sunset von Stephen King
Ein neuer King, ein neuer King! Aber leider ist er hier den Jubel nicht so ganz wert. Seine Kurzgeschichten reichen sehr oft einfach nicht an die Qualität seiner richtigen Romane. So auch bei Sunset. Ein paar gute, ein paar weniger gute Storys, aber ein Muss nur für echte Fans.
(Vielleicht sollte er in Sachen Kurzgeschichten bei seinem Sohn ein paar Nachhilfestunden nehmen…)

6. Gewebte Welt von Clive Barker
Siehe hier oder scrolle etwas runter.

7. Eine Handvoll Venus von Frederik Pohl / Cyril M. Kornbluth
Eine interessante Satire aus den 50ern über die heutige Welt, in der die Werbeindustrie und große Konzerne mächtiger als die Politik sind. Manche Visionen der Autoren lassen einen amüsiert grinsen, doch sie haben auch erschreckend viele Nägel auf den Kopf getroffen. Eine spannende Geschichte mit Intrigen, Verschwörungen und dem Kampf mit dem Gewissen. Unterhaltsam!

8. American Gods von Neil Gaiman
Nun war es höchste Zeit, auch endlich zu diesem Geburtstagsgeschenk zu greifen – und es hat sich gelohnt! Gaiman hatte mich schon vor Jahren mit Niemalsland begeistert und es auch hier geschafft!
Shadow nimmt nach einem Gefängnisaufenthalt einen Job als Bodyguard bei Mr. Wensday an. Es stellt sich bald heraus, dass sein neuer Arbeitgeber niemand geringerer als die Gottheit Odin ist. Und er ist nicht der einzige Gott, der sich in Amerika gelandet ist und darunter zu leiden hat, dass die Zahl der Gläubigen in den Keller gesunken ist. Shadow soll ihnen aus der Misere helfen.
Spannend, amüsant, philosophisch und skurril! Den zweite Band Anansi-Boys konnte ich zum Glück auch schon auftreiben. Lesen!

9. Blutportale von Markus Heitz
Ein neuer Horror-Thriller vom Herrn Heitz. Diesmal sehr blutig und rasant! Doch mit meinem Favoriten von ihm, Kinder des Judas, kann er leider nicht ganz mithalten. Dennoch ausserordentlich spannender Pageturner mit dem Villa-Sitter und Blumenhändler Will und der Star-Fechterin Saskia, die in einen dämonischen und vor allem blutigen Sog geraten. Mit einigen Gastauftritten von Figuren seiner anderen Romane. Gut und spannend!

10. Scientology von Frank Nordhausen / Liane von Billerbeck
Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will. So der Untertitel. So der Plan von Scientology. Ein sehr aktuelles Buch über die Sekte: Ihre Entstehung, ihr Aufbau, ihre Mittel, ihre Ziele. Spannend wie ein Krimi, nur erschreckend real. SEHR empfehlenswert!

11. Das Leben geht weiter von Matthias Keidtel
Der zweite Holm-Roman von Keidtel. Den ersten kenne ich nicht, so steige ich also unvorbereitet in Holms geregeltes Leben ein. Mit fast 40 wohnt er wieder bei seinen Eltern, ist arbeitslos und führt ein recht ruhiges Leben in Berlin/Rudow. Doch so ganz zufrieden ist er nicht. Da muss was passieren. Er entschließt sich, sein Leben wieder in die Hand zu nehmen und landet auf dem Weg nach Frankreich (auf der Suche nach Samen für seine geplante Reinhardt-Mey-Rosen-Zucht) in Berlin/Mitte. Erst  erkundet er als Tourist seine unbekannte Heimat Berlin, plötzlich arbeitet er als Angestellter in einem Strip-Club und verliebt sich…
Hhm, in den ersten Kapiteln gefiel mir der Stil noch ganz gut, aber irgendwann ging mir die Holm’sche Langsamkeit und Weltfremdheit etwas auf die Nerven. Ok, aber nicht ganz mein Ding.

12. Zwischen zwei Träumen von Selim Özdogan
Ein Roman mit Traumstimmung. Eine Realität, in der Träume legale (natürlich gibt es auch illegale) Kosumgüter sind.
Nesta hat einen großen Traum: Er möchte ein Star-Träumer werden. Einer, der mit seinen Träumen (die von den Konsumenten in Tropfenform genommen werden) richtig viel Geld verdient und berühmt ist. So wie Tedeisha, die er bei einem Vorträumen kennenlernt. Doch plötzlich sind Tropfen im Umlauf, von denen die Menschen nicht mehr aufwachen.
Interessant, intelligent, philosophisch, traumhaft. Nur manchmal etwas verwirrend (wie Träume halt auch sind). Gut!

13. Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt von Collin McMahon
Herrlich! Ein Comic-Roman, den man leider schon in einer Stunde durch hat. Für jeden Menschen ab 10 ein absolut empfehlenswerter Spaß! Wir lesen das Tagebuch von Greg, handgeschrieben mit vielen Comic-Zeichnungen darin (daher „Comic-Roman“). Er lässt uns teilnehmen an den Abenteuern und Qualen seines Schul- und Familienalltags. LESEN! (Auch bestens für alle geeignet, die sonst nicht gern lesen – mir haben schon zwei Mütter begeistert berichtet, dass sie mit Gregs Tagebüchern ihre absolut lesefaulen Söhne zu wahren Leseratten therapiert haben! ;-) )

14. Terror von Dan Simmons
Dan Simmons hat es schon einige Male geschafft, mich zu begeistern. So auch hier: Ein dicker Eisberg von einem Roman, der sehr gut zum frostigen Jahresbeginn passte. Halb auf historischen Fakten beruhend, halb fiktiver mystischer Horror, für all das, wofür es keine wahren Belege gab. Zum zweiten Mal machte ich hier die Bekanntschaft mit Sir John Franklin (vor Jahren habe ich Die Entdeckung der Langsamkeit von Sten Nadolny gelesen), doch dieses Mal geht es nur um seine letzte Fahrt, dem Versuch als Erster die Nordwestpassage zu durchsegeln, eine Expedition, die niemand überleben sollte. Beide Schiffe saßen für Jahre im Eis fest, weit ab von jeder Zivilisation und mit zu wenig Nahrung. Und dann ist da auch ein riesiges mysteriöses Wesen…
Man spürt die Kälte, die kaustophobische Enge auf den beiden Schiffen, die Hoffnung, später die Hoffnungsloskeit und das Grauen. Angenehm fand ich, dass die Geschichte aus mehreren Sichten erzählt wird, etwas verwirrend fand ich manchmal die Zeitsprünge der Kapitel. Insgesamt ein wirklich großartiger Schmöker!

15. Komm zurück, mein dunkler Bruder von Jeff Lindsay
Der dritte Dexter-Band. Aber der erste, den ich gelesen habe. Den ersten Teil kenne ich vom Hörbuch – Des Todes dunkler Bruder (sehr hörbar!) und der großartigen TV-Serie (deren erste Staffel noch sehr nah an der Buchvorlage war), den zweiten nur als Fernsehserie – die sich allerdings nur ganz grob an den zweiten Roman gehalten hat, wie ich merken musste. Um die Wartezeit zur dritten Staffel zu verkürzen, griff ich nun zum neuen Buch. Hhm. Ein paar Wissenslücken schmälerten das Lesevergnügen, und Dexters Problem, dass sein sonst wohl sehr aktiver dunkler Passagier verstummt war. Überhaupt die Tatsache, dass da von einem „Dunklen Passagier“ in seinem Kopf die Rede war, als eine Art uraltem Wesen, das sich dort eingenistet hat. Der TV-Dexter hat so gar nix mit Mystik am Hut und die Stimme aus dem Off ist dort halt seine eigene. Beim ersten Hörbuch fiel das nicht so ins Gewicht, da kam es nur am Rande vor. Und, dass die Kinder seiner Freundin Rita ebenfalls diese „Veranlagerung zum Töten“ im Blut haben war mir vollkommen neu. Ich hoffe sehr, dass wird nicht für die TV-Serie übernommen. Auch der trockene schwarze Humor kam im TV besser rüber.
Von all dem abgesehen war es ein netter Pageturner, den man gut an einem Tag schaffen kann.

16. Das Aquarium von Thommie Bayer
Warum auch immer, ich werde mit den Romanen von Herrn Bayer nicht warm. Da habe ich hiermit schon den Roman gewählt, von dem die meisten schwärmen, aber auch diesmal will sich keine recht Begeisterung einstellen.
Nach einem Unfall, bei dem seine (fast-)Freundin stirbt, igelt sich Barry zu Hause ein und verbringt seine Zeit damit, seine neue Nachbarin zu beobachten, die im Rollstuhl sitzt. Übers Internet nehmen die beiden irgendwann Kontakt auf.
Also bei mir flog da kein Funke.

17. Die Stunde, in der ich zu glauben begann von Wally Lamb
Den Titel finde ich etwas misslungen. Zu kitschig. Es klingt zu sehr nach Religion, um die es nur ganz nebensächlich geht.
Auch wenn es schon einige Jahre her ist, dass ich seine anderen beiden Romane gelesen habe, denke ich, dass die mir einen Tick besser gefallen haben. Hier hätte auf einige Seiten verzichtet werden können. Ich war beinahe froh, als ich endlich durch war, obwohl er einen wirklich angenehmen Stil hat und das Thema sehr spannend war. Und in meinem Falle auch etwas gruselig: Während ich nun hier über das Drama von Columbine las, passierte der Amoklauf in Winnenden.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Caelum, einem Lehrer der Columbine High School erzählt. An diesem schicksalshaften Tag hat er aufgrund eines Todesfalls in der Familie frei. Doch seine Frau Maureen, die als Krankenschwester in der Schule arbeitete, erlebt das alles hautnah mit. Versteckt in einem Schrank. Natürlich hinterlässt dieses Erlebnis seine Folgen: Ein schweres Trauma, Depressionen und Psychosen. Kaum hat sie sich einigermaßen wieder aufgerappelt, passiert der nächste Schock. Sie landet im Gefängnis, die Anklage lautet Mord.
Gleichzeitig arbeitet er eher unfreiwillig die Geschichte seiner eigenen Vergangenheit und die seiner Familie auf, die es ebenfalls in sich hat und viele Fragen aufwirft.
Ein spannendes Drama, sehr einfühlsam und wenig gefühlsduselig. Und es zeigt, welche Wellen die unglaublichen Taten von jugendlichen Amokläufern schlägt. Gut!

18. Glück kommt selten allein von Eckard von Hirschhausen
Ja, Glück kann man kaufen! Dr. Hirschhausen zeigt es uns mit seinem zweiten Buch, das wirklich Spaß macht, voller weiser (und wissenschaftlich erwiesener) Ratschläge, Erkenntnisse, Witzen und wahren Geschichten. Zum immer wieder lesen und sich wohl fühlen! Toll!

19. Rollende Steine von Terry Pratchett
Jawohl, es geht um Musik! Um die ultimative Band in Ankh-Morpork: Die „Band mit Steinen drin“.  Wie diese ungewöhnliche Band entstand und was an ihr so besonders ist, und, warum der TOD zur Fremdenlegion geht und seine Enkelin Susanne seinen Job übernehmen muss, solltet Ihr besser selbst lesen! Aber flott!

20. Bis(s) zur Mittagsstunde von Stephenie Meyer
Ja, auch ich habe es gelesen. Den ersten Teil vor fast zwei Jahren, aber nun dachte ich doch, es wäre mal an der Zeit, zu lesen, wie es weitergeht. Nett und zum Glück weniger kitschig als erwartet.

21. Leichenblässe von Simon Beckett
Der dritte Band der Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter. Auch hier ist es von Vorteil, die vorhergehenden Romane zu kennen, aber nicht zwingend notwendig. Dieses Mal ist er zu Besuch bei einem Kollegen in den USA auf einer Bodyfarm. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen, dessen Opfer schon nach kurzer Zeit extreme Verwesungsmerkmale vorweisen.
Wieder ein sehr spannender Pageturner!

22. Bis(s) zum Abendrot von Stephenie Meyer
Mit kurzer Unterbrechung habe ich also gleich zum dritten Teil gegriffen. Bisher der schwächste Band, wie ich fand. Natürlich gibt es einige recht spannende Nebenhandlungen, aber in der Hauptsache versichern sich die beiden Hauptfiguren ständig ihre Liebe („Ich liebe Dich!“ – „Ich liebe Dich noch viel mehr!“ – „Nein, ich liebe Dich noch vieeeeel meeeehr!“ – Sinngemäß wiedergegeben), was mich irgendwann total genervt hat. (Aber ich bin ja auch nicht die Zielgruppe)
Mit ein wenig Pause werde ich mir dann irgendwann mal den vierten und letzten Teil geben, in dem es dann endlich richtig und nicht jugendfrei zur Sache gehen soll! ;-)

23. Mängelexemplar von Sarah Kuttner
Nun also auch Fräulein Kuttner. Aber doch: Ein absolut gelungenes Debüt!
Ihre junge Ich-Erzählerin Karo leidet unter Depressionen und Panikattaken. Alles beginnt, als ihr der Job gekündigt wird und sie ihrem Freund die Beziehung kündigt. Und ihn dann doch vermisst. Plötzlich fühlt es sich an, als wäre ihr der Boden unter den Füßen weggerissen worden. Sie sucht sich eine Psychotherapeutin, doch damit ist es nicht getan, psychische Erkrankungen dauern bekanntlich etwas länger als eine Grippe.
Einfühlsam und rotzig, durchaus sehr lesenswert!

Es ist geschafft! Ich bin hier nun fast wieder auf dem Laufenden. Jede Menge dritte Teile waren diesmal dabei, wie mir jetzt auffällt. Allerdings haben die letzten sonnigen und freien Tage dafür gesorgt, dass ich nicht artig am Rechner saß und weitergeschrieben, sondern auf dem Balkon Sonne getankt und Bücher gefressen habe. Bald gibt es also wieder frische Rezi’s. ;-)