„Spinner“ von Benedict Wells
Da ich von seinem ersten Roman so begeistert war, freute ich mich schon diebisch auf den „Spinner“. Und wurde leider etwas enttäuscht. Es las sich zwar wirklich gut, aber konnte eben nicht ganz mit „Becks letzter Sommer“ mithalten. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mittlerweile einfach zu viele Romane dieser Art gelesen habe, über junge Männer/Schriftsteller, die in einer großen Stadt (hier Berlin) leben, ihren Weg suchen und über die Liebe stolpern. Meine Meister in dieser Schublade bleiben Djian und Fante. Ich wette, auch Benedict Wells hat sie gelesen. Er wird ebenfalls Regeners „Herr Lehmann“ und Özdogans „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist“ gelesen haben und sie alle wohl genauso lieben wie ich. „Spinner“ ist gut geschrieben, keine Frage, aber auch nichts Neues, „Becks letzter Sommer“ hingegen war mehr etwas Eigenes.
„Die Saat“ von Guillermo Del Toro & Chuck Hogan
Der erste Roman von Guillermo Del Toro, ich war sehr neugierig. Ich mochte seinen Film „Pans Labyrinth“ und war nun gespannt, was er über Vampire zu erzählen hat. Ein Flugzeug landet in New York, alle Passagiere und die Piloten sind tot, was ist da passiert? Und warum verschwinden sie alle aus dem Leichenschauhaus, um ihren trauernden Hinterbliebenen einen Besuch abzustatten und sie umzubringen? Was wie ein Roman von Stephen King klingt, liest sich auch wie einer (nur kann es King mit seinem ganz eigenen Stil immer noch besser). Ein spannender Horror-Thriller, Hollywood-Kopfkino, doch leider erst der erste Teil einer Trilogie. Wann die beiden weiteren Teile erscheinen werden, ist noch nicht bekannt.
„Clean Team“ von Charlie Huston
Wer „Big Lebowski“ mag, der wird auch hier voll auf seine Kosten kommen: Schräg, lässig, absurd, schwarzhumorig, pur, brutal, lebendig. Der 29jährige Web nimmt einen Job als Putzkraft an. Allerdings säubert er keine Büroräume, er wischt an Tatorten Blut- und Hirnspitzer von den Wänden. Dann verliebt er sich in die Tochter eines Selbstmörders und ist plötzlich mittendrin in einem verworrenen Komplott.
Der erste (abgeschlossene) Roman einer neuen Serie, von der ich garantiert keinen Teil verpassen werde! Großes Kino mit grandiosen Dialogen!
„Gemeinsam sind wir unausstehlich“ von Manuela Golz
Die Fortsetzung von „Ferien bei den Hottentotten„, den ich sehr mochte, denn er spielte etwa zur selben Zeit in der selben Ecke von Berlin, in der ich aufgewachsen bin. Die Fortsetzung ist ebenfalls unterhaltsam und nett, aber die Hottentotten gefielen mir besser.
„Ein König für Deutschland“ von Andreas Eschbach
Pünktlich zum Wahljahr ist der neue Eschbach erschienen, in dem es um die Frage geht: Was wäre, wenn in den Wahllokalen die Kreuze nicht auf Papier, sondern am Bildschirm gemacht werden, und, was wäre, wenn das Ergebnis durch ein Programm manipulierbar wäre? Der Amerikaner Vincent wird gezwungen, so ein Programm zu schreiben, doch schickt es aus Angst vor seinem Auftraggeber, und was der damit anstellen könnte, seinem Vater in Deutschland. Der hat zusammen mit Freunden seines Sohnes vor, den Wahlbetrug auffliegen zu lassen, indem er eine absurde Partei gründet, die die Wahl gewinnen wird. Eine Partei, die für die Rückkehr der Monarchie steht. Doch plötzlich wird er wirklich König von Deutschland.
Ein interessantes Gedankenspiel, das manchmal schon erschreckend real klingt, aber das Ende ist dann etwas zu zahm geraten. Übrigens gibt es viele Links als Fußnoten im Buch.
„Man tut was man kann“ von Hans Rath
Netter Unterhaltungsroman über den 42jährigen Paul und seine Freunde. Über Geliebte, den Job und das Leben. Liest sich flott und witzig, um Längen besser als der „Vollidiot„.
Und ich werde mich jetzt wieder in Kings „Arena“ begeben…