Kategoriearchive: Kurzgeschichten

Zwar nicht ausschließlich, aber größtenteils auf dem Balkon gelesen. Danke, liebe Sonne! ;-)

Notizbücher von Raymond Chandler
Von Chandler kannte ich bisher nur ein paar Kurzgeschichten und weiß, dass er die Philip Marlowe-Reihe geschrieben hat. Aber ich mochte seine Kurzgeschichten und Notizen von Schriftstellern lese ich ohnehin gern. Das dünne Taschenbuch hat wirklich einiges zu bieten: Vorwort von Patricia Highsmith, drei Kurzgeschichten, Notizen, Skizzen, Essays und Titelideen.
Chandler war schon ein Großer, ein Wortmagier, immer wieder gibt es unglaublich geschmeidige Zeilen, die man sich wie Karamell auf der Zunge zergehen lassen muss. Z.B.: „Das Haus selbst war ein herrlicher Bau im traditionellen elisabethanischen Stil, rote, mit der Zeit dunkel gewordene Backsteine und dick mit Blei verglaste Erkerfenster. Fette Spinnen schliefen dahinter wie Bischöfe, und ihre Netze verhängten stellenweise das Glas, und schläfrig äugten sie heraus, wo einst habichtgesichtigte Dandys in geschlitzten Wämsern auf England hinausgeblickt hatten, unbefriedigt in ihren hitzigen Tagen von dessen klösterlichem Charme.“ (S. 29 – aus der Kurzgeschichte „Englischer Sommer“)

Die Hexen von Eastwick von John Update Updike
Wo nun kürzlich die Fortsetzung (Die Witwen von Eastwick) erschienen ist, fand ich es an der Zeit, mich dem ersten Teil zu widmen, den ich bisher nur als Film kannte.
Die Handlung (setze ich einfach mal als grob bekannt voraus) und besonders das Ende unterscheiden sich bei beiden Medien ein wenig. Updikes Stil war mir manchmal zu überladen und verquatscht, und, mir hat das Ende im Film besser gefallen. Doch insgesamt war es ein unterhaltsames Lesevergnügen.

Unser allerbestes Jahr von David Gilmour
Wohl ein autobiographischer Roman, wenn man den Danksagungen Glauben schenken kann. Aber eigentlich total egal, denn es war ein Buch, das mir wirklich Spaß gemacht hat! David macht seinem lernfaulen Sohn einen unglaublichen Vorschlag: Er braucht nicht mehr zur Schule gehen, darf kostenfrei zu Hause wohnen bleiben, aber muss jede Woche mit seinem Vater drei Filme ansehen, die dieser ausgesucht hat. Natürlich schlägt Jesse sofort ein. Obwohl David manchmal leise Zweifel an seiner Idee kommen, ziehen die beiden es durch.
Ein wirklich schönes und warmes Buch über das Erwachsenwerden, Vater-und-Sohn-Beziehungen und über Filme. Zu vielen der angesehenen Filme gibt es interessante Anekdoten, Hintergrundwissen und Hinweise auf bestimmte Szenen. Toll!

Die Stadt der Diebe von David Benioff
Auch hier die Frage, ob es wirklich auf einer wahren Geschichte beruht; Im Vorwort erzählt David Benioff von einem Besuch bei seinen Großeltern und fragt diese nach ihrer Vergangenheit. Sein Großvater wird nun unser Ich-Erzähler und berichtet aus seiner Jugend in Leningrad. Im Winter 1942 ist Lew 17 Jahre alt, Kälte und Hunger beherrschen die belagerte Stadt. Er wird erwischt, als er einen toten deutschen Soldaten beklaut und landet zusammen mit dem charismatischen Soldaten Kolja, der sich unerlaubt von der Truppe entfernt hat, im Knast. Statt der befürchteten Todesstrafe erhalten die beiden eine Chance: Sollten sie innerhalb einer Woche 12 Eier für die Hochzeitstorte der Tochter des NWKD-Offiziers besorgen, dürfen sie am Leben bleiben. Eine fast unmögliche Aufgabe…
Ein großartiger Roman! Eine abenteuerliche und  spannende Geschichte, grandios geschrieben, mit interessanten Figuren und einer dichten Atmosphäre, absolut empfehlenswert!

Prolog

Am 31.10. hatte ich das Dutzend wieder voll, höchste Zeit, endlich einen kleinen Lesereport zu schreiben. Der Anfang war schnell getippt, nur fehlten dann immer Zeit oder Lust oder Energie, von allen 12 Büchern zu erzählen. Doch auch in mehreren Etappen kommt man irgendwann am Ziel an. Auf gehts:

1. Kapitel
Goodbye Lemon“ von Adam Davies
Mein zweiter Roman von Davies. Der „Froschkönig“ hatte mich damals schwer begeistert, also waren meine Erwartungen hoch. Leider konnte „Goodbye Lemon“ nicht ganz mithalten, aber war dennoch ein wirklich guter Roman darüber, wie trügerisch Erinnerungen sein können und welche tragischen Folgen Schweigen haben kann.
Jack hat kaum Erinnerungen an seinen kleinen Bruder, der mit fünf im See ertrunken ist. In seiner Familie verliert niemand ein Wort über ihn. Jack hat früh jeden Kontakt zu ihnen abgebrochen und lebt sein eigenes Leben. Als jedoch sein Vater einen Schlaganfall erleidet, fährt er zusammen mit seiner Freundin zurück in das Haus seiner Kindheit, das er eigentlich nie wieder betreten wollte. Zu seinem verhassten Vater, der seit dem Schlaganfall keinen Muskel bewegen kann, seinem ständig alkoholisierten Bruder, seiner unterkühlten und perfektionistischen Mutter.
Ein spannendes Familiendrama, sehr gut geschrieben!

2. Kapitel
Seelenbrecher“ von Sebastian Fitzek
Mein dritter Roman von Herrn Fitzek und wieder ein absoluter Pageturner mit einer sehr dichten Stimmung. Er zaubert sofort ein Kopfkino herbei und man kann das Buch erst wieder weglegen, wenn der Abspann läuft (einen Film macht man halt nicht einfach mal aus).
Für ein Experiment müssen einige Psychologiestudenten einen Bericht durchlesen. In diesem geht es um einen Serienmörder, der seine Opfer seelisch gebrochen hat, und um einen Mann, der sich in der Psychiatrischen Klinik wiederfindet und keine Erinnerung hat. Einen Tag vor Weihnachten wird der Seelenbrecher als Patient eingeliefert und durch einen Vorfall ist die Klinik von der Außenwelt abgeschlossen. Und der Seelenbrecher nimmt seine Arbeit auf.
Nicht sein bester Roman, aber dennoch wieder sehr spannend und flüssig geschrieben!

3. Kapitel
City Of Ashes“ von Cassandra Clare
Gerade bei den Fantasy-Jugendbüchern kommt momentan jede Menge Schund und Dutzendware raus, da ist das hier einfach eine Perle! Der zweite Band der „Chroniken der Unterwelt“ hat mir fast noch besser als der erste gefallen. Mit Humor, Tiefe und Einfallsreichtum hebt sich diese Reihe sehr postiv aus der Menge hervor und sei jedem ans Herz gelegt, der was für moderne Vampire, Werwölfe und so weiter übrig hat. Cassandra Clare schafft es einfach, niemals ins Kitschige oder Klischeehafte abzurutschen und hat einen herrlichen trockenen Humor.
Große Klasse!
(Leider heißt es nun bis zum nächsten Jahr auf dritten Band warten…)

4. Kapitel
Keller“ von Richard Laymon
Nachdem mir „Die Show“ so gut gefallen hat, hab ich bei diesem Sammelband zugeschlagen: Die ganze Trilogie über das „Horrorhaus“ (fast 1300 Seiten) für nur 15 Euro.
Leider war mir das nun doch etwas zu viel Laymon und die Stimmung ganz anders als bei „Der Show“. Besonders genervt hat mich, dass es ständig um Sex geht. An sich stört mich das nicht, aber hier war es etwas zu viel des Guten. Auf fast jeder zweiten Seite taucht das Wort „Brustwarze“ auf (wirklich!), da brauchen sich ein Mann und eine Frau gerade mal kennenlernen, da brennen sie sofort vor Lust aufeinander und treibens meistens sofort an Ort und Stelle miteinander. Die „Monster“ haben natürlich auch nur Sex im Sinn (das Zerfleischen kommt aber gleich an zweiter Stelle) und im ersten Roman begleiten wir streckenweise einen pädophilen Psychopathen und müssen intensiv am Sexleben mit seinem kleinen Opfer teilnehmen.
Ansonsten geht es sehr brutal und blutig zu. All das gibt es reichlich. Nur bei der Handlung hat sich Laymond zurückgehalten. Spannung? Manchmal. Langeweile? Häufiger.
Nun ja, also irgendwie ein Sex-Splatter-B-Movie in Buchform. Muss man nicht gelesen haben.

5. Kapitel
Hölle“ von Will Elliott
Mit rabenschwarzen Humor gewürzter düsterbunter Horrortrip!
Mehr durch Zufall landet Jamie in einer Art Nebendimension (oder gar Teil der Hölle?) in Form eines mörderischen und verrückten Rummelplatzes. Dort muss er als einer der Clowns im Zirkus arbeiten und einige Prüfungen bestehten. Oder sterben.
„Du hast zwei Tage, um die Prüfung zu bestehen. Besser du bestehst sie, sonst müssen wir dich töten.“ (Gonko, der Clown)

Als wäre das nicht schlimm genug, hat er täglich mit sich selbst zu kämpfen, denn durch die Clownschminke kommt seine übelste und gemeinste Seite ans Tageslicht, die sich auf dem Rummelplatz sehr wohl fühlt und immer mehr Kontrolle über ihn bekommt.
Unterhaltsamer Horrorspaß!

6. Kapitel
Schöner wird’s nicht“ von David Sedaris
Ich warte weiterhin auf großstadttelefonbuchdicke autobiographische Kurzgeschichtenbände von Sedaris und seinem (in meinen Augen) Seelenverwandten Augusten Burroughs! Dieser Kurzgeschichtenband war wieder viiieeel zu kurz und ein grandioser Lesegenuss!
Uneingeschränkte Empfehlung!!!

7. Kapitel
Ich, Oliver Tate“ von Joe Dunthorne
Ach, ich hab eine Schwäche für unterhaltsame Geschichten, die aus der Sicht von altklugen Jungen geschrieben sind. Und dieser hier war sehr unterhaltsam!
Oliver Tate ist fast 15 und lässt uns sehr intensiv an seinem pubertären Leben und seinen Gedanken über sich und seine Umwelt teilhaben. Seine Mutter befindet sich auf seinem Selbstfindungstrip, sein Vater hat häufig Depressionen, sein bester Freund Chips ist ein „traditioneller Tyrann“, seine Freundin Jordana hat sich die Beziehung zu ihm durch Erpressung erschlichen, er erlebt seinen ersten Sex, versucht die Ehe seiner Eltern zu retten und seine Schulabschlussprüfung zu schaffen.
Ein wirklich witziger, intelligenter, lebendiger, manchmal etwas bösartiger, und immer großartig geschriebener Debütroman!

8. Kapitel
Infiziert“ von Scott Sigler
Wenn man hier eine Schublade suchen möchte, müsste man die mit der Aufschrift „King- und Koontz-Horror“ wählen.
Ein solider und spannender Horrorthriller über einen mysteriösen Virus, der die geistige Kontrolle über seinen menschlichen Wirt übernimmt und ihn zum wahnsinnigen Mörder mutieren lässt. Die US-Regierung ist ratlos und in höchster Alarmbereitschaft. Einer der Infizierten ist der Ex-Footballprofi Perry Dawsey, der merkwürdige Veränderungen in sich spürt, bald fremde Stimmen in seinem Kopf hört und seinen einsamen Kampf gegen das fremde Leben in seinem Körper aufnimmt.
Über das Ende kann man, wie meist bei solchen Romanen streiten, ich fand es ok, aber unbestreitbar ein netter Pageturner für jeden, der etwas Splatter vertragen kann.

9. Kapitel
Joker“ von Markus Zusak
Vor ein paar Monaten habe ich seine herausragende „Bücherdiebin“ gelesen. Auch der „Joker“ ist eine gehaltvolle und sehr gut geschriebene Geschichte, aber kann nicht so ganz mit der „Bücherdiebin“ mithalten.
Ed ist 19, Single, unglücklich verliebt in seine beste Freundin und Taxifahrer, als er eines Tages in einen Banküberfall verwickelt wird. Eher durch Zufall wird er zum Helden und erhält seitdem anonyme Post ist Form von Spielkarten. Hinter jeder der Spielkarten verbergen sich Aufgaben, die es erst herauszufinden und dann zu erfüllen gilt.
Was es damit auf sich hat und wer dahinter steckt, erfahren Ed und der  Leser erst am Ende der Geschichte.
Spannend, warm, humorvoll, intelligent und ein bissl Lebensweisheitsbotschaft, ohne in den Kitsch abzugleiten.

10. Kapitel
Vampire! Vampire!“ von Markus Heitz
Folgendes Dialogzitat auf „From Dusk Till Dawn“ erwartet uns auf der ersten Seite:

***
JACOB: „Hat jemand hier ein echtes Buch über Vampire gelesen, oder erinnern wir uns nur an das, was wir in Filmen gesehen haben? Ich meine, ein echtes Buch?“
SEX MACHINE: „Du meinst, wie ein Time-Life-Buch?“

Alle lachen
***

Nun hat sich Markus Heitz an die Arbeit gemacht und alles über Vampire zusammengetragen, was sich weltweit über die untoten Blutsauger finden ließ. Und das ist einiges! Unglaubliches, Witziges, Interessantes: Wer hätte z.B. gedacht, dass selbst landwirtschaftlichen Geräten oder sogar Stühlen schon vampirische Aktivitäten nachgewiesen wurden?
Ein wirklich unterhaltsames und kurzweiliges Buch für alle Vampirfreunde!

11. Kapitel
Drei Irre unterm Flachdach“ von Bastienne Voss
Keine zusammenhängende Geschichte, sondern autobiographische Episoden aus dem DDR-Alltag und einem ungewöhnlichen Drei-Personen-Haushalt (sie wächst bei ihren Großeltern auf).
Unterhaltsam und nett.

12. Kapitel
Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ von Rocko Schamoni
Mein erster Schamoni und garantiert nicht mein letzter!
Schöne Mia, sexy Mia. Scheiß auf deine billigen Männer. Ich, Fürst der Überflüssigen, Anführer der riesigen Armee der Coquille, die die konspirative Geheimloge der Nichtsnutze ist, Advokat der internationalen Idiotenvereinigung, werde dein zukünftiger Ex-Freund sein, der, der weniger zu bieten hatte als all die durchschnittlichen Funktionierer vor mir. Sie sind zu dumm, um Angst zu haben. Ich bin der laufende Zweifel. Warum ich so strahle? Warum mich alle haben wollen? – Angst schuf diesen perfekten Geist.“ (S. 78),
möchte der hamburger Kunststudent Michael Sonntag zu seiner geheimnisvollen Nachbarin von Gegenüber sagen. Doch irgendwie ist er dann doch zu sehr mit dem Leben beschäftigt, mit der Melancholie, Paranoia, Psychotherapie, Hypochondrie, Depressionen, Alkohol, seiner Ex-Freundin, seinem extremen Mitbewohner, Sex mit Frauen-deren-Namen-man-viel-zu-schnell-wieder-vergessen-hat und seinem Nebenjob als Roadie bei den „Black Jets“.
Düster, schrullig, witzig, realistisch, ironisch, lakonisch: Lesenswert!

Epilog
Es ist vollbracht. Draußen tanzen nun ganz leise die ersten kleinen Schneeflöckchen der Saison vorm Fenster, diese scheinheiligen Biester, nun lässt sich der Winter nicht mehr ignorieren. Mittlerweile haben sich vier weitere ausgelesene Bücher angesammelt, aber das ist eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt wird…

… , der hoffentlich noch nicht vorüber ist! Draußen regnet, gewittert und stürmt es gerade. Aber das soll hier nicht das Thema sein. Nein, ich möchte endlich mal meine kleinen Rezis nachholen – auf Grund der Menge werde ich mich kurz fassen.

In chronologischer Reihenfolge:

Kühles Grab von Lisa Gardner
Spannender Thriller + mysteriöses Familiendrama = toller Pageturner!

Kill your friends von John Niven
Ja, es war das Cover und der Vergleich mit „American Psycho„, der mich zum Kauf verleitet hat. Doch Bret Easton Ellis kann das um Längen besser, was John Niven hier versucht hat: Eine bitterböse Satire über die abgestumpfte (reiche) Gesellschaft zu schreiben. Bei Niven ist es die Musikindustrie. War Patrick Bateman noch eine tragische und dreidimensionale Figur, so ist Steven Stelfox einfach nur ein Arsch, der seine gesamte Umwelt hasst.
Allerdings muss ich zugeben, dass der Roman auch wirklich gute und starke Szenen hat und insgesamt recht gut geschrieben ist. Kann man lesen, muss man nicht.
(Ellis kann es halt besser. Basta!)

Land des Lachens von Jonathan Carroll
Diesen schmucken Roman (ich mag es ja, wenn Bücher ein gewisses Eigengewicht haben, wie eben dieses) bekam ich zum Geburtstag geschenkt und war schon nach wenigen Seiten hin und weg: Eine wunderbar geschriebene und wundervoll gesponne Geschichte über einen wunderlichen Schriftsteller, dessen Schreibe gar wundersame Auswirkung hat!
Eine Perle! Ein wirklich beeindruckender Roman, der immer für eine Überraschung gut ist und mich rundum überzeugt hat! (Danke! :-) )

Mögliche Nebenwirkungen von Augusten Burroughs
Ich würde es sehr begrüßen, wenn seine autobiographischen Kurzgeschichtenbände in Zukunft so dick wie Telefonbücher wären, man ist immer viel zu schnell auf der letzten Seite. Die Einblicke in seine neurotische Welt und die Rückblicke in seine etwas andere Kindheit sind einfach herrlich – bitte ganz schnell Nachschub!
(Weiterhin werde ich den Verdacht nicht los, dass er und David Sedaris entweder ein und die selbe Person oder Seelenverwandte sind ;-) )

Der kleine Vampir und die letzte Verwandlung von Angela Sommer-Bodenburg
Da mich die Abenteuer von Anton Bohnsack und der Schlotterstein-Sippe schon mein ganzes Leben begleiten, musste ich natürlich auch den letzten Band lesen: Wie immer eine hübsche Geschichte und ein würdiger Abschluss dieser Kinderbuchreihe!

Grazie von Chelsea Cain
Der zweite Teil um die Serienmörderin Gretchen Lowell und ihren Jäger (und gleichzeitig letztes Opfer) Archie Sheridan. Der Roman braucht etwas Anlaufzeit, nimmt dann jedoch volle Fahrt auf. War schon sehr spannend, aber konnte mit dem ersten Teil, „Furie„, nicht ganz mithalten.

Monsterjäger-Akademie I: Das Portal des Barakkas von Dean Lorey
Mal wieder was für die Potter-Schublade, aber trotz einiger Ähnlichkeiten (Junge, der von seinem starken magischen Fähigkeiten erfährt, auf eine Akademie kommt, dort gleich zwei beste Freunde findet, einen Jungen und ein Mädchen, und ein finsterer Oberschurke, der es auf ihn abgesehen hat) auch sehr eigene und witzige Ideen zu bieten hat. Wirklich netter Lesespaß für junge Potter-Fans.

Ritus von Markus Heitz
Hhm. Die „Kinder des Judas“ haben mir besser gefallen. Hier sind es statt Vampiren nun Werwölfe, in meinen Augen sowieso weniger interessant, aber auch die Figuren waren etwas blasser gezeichnet (bzw. eindimensional überzeichnet). Zwischendurch gab es ein paar Längen und ein so offenes Ende hatte ich nicht erwartet (mit „Sanctum“ liegt glücklicher Weise bereits der zweite und letzte Teil parat). Doch es gab auch sehr spannende Abschnitte, ich mag den Stil von Heitz und ich hab es gern gelesen.
Nun freu ich mich erstmal auf sein „Vampire! Vampire!„, das im November erscheint!

Verdammnis von Stieg Larsson
Dass ich nur anderthalb Tage für die knapp 750 Seiten gebraucht habe, sagt wohl alles… Der zweite Teil war sogar noch eine Steigerung zur „Verblendung“, Larsson versteht es meisterhaft einen dichtgewobenen, mordsspannenden, intelligenten, unterhaltsamen Thriller zu schreiben, mit einmaligen lebendigen und faszinierenden Figuren! Es ist einige Zeit vergangen zwischen den beiden ersten Bänden, dafür schließt der dritte, die „Vergebung“, dann direkt an den zweiten an. Es ist also äußerst sinnvoll, den auch gleich zur Hand zu haben!

Stranger than fiction von Chuck Palahniuk
Prima: Lauter wahre Geschichten aus Palahniuks Nähkästchen! Eine Sammlung von autobiographischen Geschichten und Artikeln, sowie kurzen (und etwas anderen) Biographien (die bekanntesten Namen dürften wohl Juliette Lewis und Marilyn Manson sein). Lässt sich prima lesen und ist voll dieser kleinen interessanten Kleinigkeiten, die mir bei ihm so gefallen – und man erfährt auch, wie er zu diesen Informationen kommt.

Vergebung von Stieg Larsson
Wie war das mit dem lachenden und dem weinenden Auge?
Nun bin ich also (akutell auf Seite 387 von fast 900) beim letzten Teil dieser grandiosen Trilogie, mit dem Wissen, dass es von Larsson leider niemals Nachschub geben wird. Aber ich hoffe, andere Autoren schneiden sich eine gewaltige Scheibe ab – irgendwer hat über ihn geschrieben, dass er „alles richtig gemacht hat“, das kann ich nur unterschreiben!
Wenn ich die letzte Seite gelesen habe, werde ich nochmals berichten. Ich gehe stark davon aus, dass es dann weiterhin die reinste Lobhudelei sein wird, aber er hat es einfach verdient! ;-)