Archiv für die Kategorie ‘Auto-/Biographie’

Mädchenmörder: Ein Liebesromanvon Thea Dorn

Ich war es vor dem Lesen und bin es jetzt danach: Zwiegespalten. Es war mein erster Roman von Frau Dorn, die ich vorher nur aus Artikeln und aus dem Fernsehen kannte. Nach diesen ersten Eindrücken kein Mensch, mit dem ich gern mal plaudernd zusammen sitzen würde, für mich kommt sie sehr hart und kalt rüber, kein Sympathieträger, aber ich glaube, das will sie auch gar nicht sein. Als ich mit dem Buch begann, war ich von ihrem Stil recht angetan, doch im zweiten Teil des Buches gibt es einen überraschenden Twist, an sich ok, aber zu sehr in die Länge gezogen und zäh. Teilweise auch unglaubwürdig, doch darüber will ich mich nicht streiten, die menschliche Psyche ist halt komplex und ich bin keine Psychologin.
Kurz zum Inhalt: Eine junge Frau wird von einem Psychopathen entführt, der mit ihr durch Europa reist und unterwegs munter Mädchen ermordet.
Wie gesagt, ich bin zwiegespalten: Ein interessantes, aber nicht ganz rundes Leseerlebnis.
Hier Frau Dorn dazu (Achtung: Spoiler!):

Dorn bei YouTube

Herr Tourette und ich von Pelle Sandstrak

Auch hier das Thema Psychologie, nur diesmal wirklich autobiographisch: Bei Pelle Sandstrak entwickelt sich in der Schulzeit ein Tourette-Syndrom, gepaart mit vielen Zwangshandlungen, die mit den Jahren immer stärker und zahlreicher werden.  Leider war das Krankheitsbild zu dieser Zeit in Schweden noch nicht sehr bekannt und er durchläuft erfolglos ein paar halbherzige Psychotherapien, bleibt also mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Die Krankheit wird immer extremer und für viele Tätigkeiten, wie z.B. eine Türschwelle übertreten, duschen, auf die Toilette gehen, für die ein „normaler Mensch“ (im Buch auch „die Normalvariante eines Menschen“ genannt), ein paar Minuten braucht, benötigt er oft einen halben Tag oder noch länger. Bis seine Erkrankung endlich erkannt und therapiert wird, vergehen viele Jahre, in denen er aus etlichen Jobs gefeuert wurde, immer weniger Kontakte zu anderen Menschen hatte, zeitweise Obdachlos war und abgrundtief verzweifelt.
Pelle Sandstrak erzählt seine Geschichte sehr mitreissend und mit einer guten Portion Humor und Selbstironie. Toll!