Archiv für die Kategorie ‘Sachbuch’

Zum Abschluss gibt es noch zwei Sachbücher die beide ein ähnliches Thema haben:

In „Schöpfung außer Kontrolle: Wie die Technik uns benutzt“ widmet sich Karl Olsberg der Frage: Die Evolution ist mit dem heutigen Menschen nicht abgeschlossen, wie geht es also weiter? Dazu hat er viele interessante Gedanken und Fakten über die Geschichte der Evolution von Mensch, Tier und Technik zusammengetragen, und sie so gut miteinander verknüpft, dass sich dieses Sachbuch wie ein spannender Thriller liest, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Wir erfahren z. B., dass Städte heute alle Merkmale von Lebewesen erfüllen, dass es sich mit Mensch und Technik genauso wie mit den Bienen und Blumen verhält, dass wir mehr von Genen und Memen gesteuert werden, als es uns bewußt ist und wie die nahe und ferne Zukunft aussehen könnte. Auch, ob eine Möglichkeit besteht, dass die Computertechnik uns eines Tages auf der Evolutionsleiter ablöst, und welchen Einfluss jeder von uns darauf hat. Absolute Empfehlung!
Auch „Der Leinwandphilosoph“ Mark Rowlands beschäftigt sich unter anderem mit solchen Zukunftsszenarien, denn der Philosophieprofessor analysiert Science-Fiction-Filme und vergleicht an ihnen die Lehren und Gedanken großer Philosophen. Ich hätte nie gedacht, dass man solche schweren Fragen und Theorien so locker, humorvoll und vor allem verständlich beantworten und erklären kann! Zum Glück kannte ich auch alle Filme, denn das waren:

Frankenstein – Philosophie und der Sinn des Lebens
Matrix – Können wir uns überhaupt über irgendetwas sicher sein?
Terminator I & II – Das Körper-Geist-Problem
Total Recall & The 6th Day – Das Problem mit der personalen Identität
Minorty Report – Das Problem des freien Willens
Hollow Man – Warum moralisch sein?
Independence Day & Alien – Die Reichweite von Moral
Star Wars – Gut und Böse
Blade Runner – Tod und Sinn des Lebens

Im wahrsten Sinne des Wortes: Ganz großes Kino! Ebenfalls sehr empfehlenswert! (Und nochmal: Danke! 😉 )

So, das war es nun. Einen ganzen heißen Sommertag lang habe ich die Bücher der letzten Monate Revue passieren lassen und bin nun richtig erleichert, diesen aufgeschobenen Berg abgetragen zu haben! Jetzt ist wieder Platz für neue und zeitnahe Rezensionen.
Gestern hab ich mir „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace vorgenommen. Auch hier spielt der Bildschirm eine Rolle: In einer nicht näher bezifferten Zukunft gibt es einen Film mit dem Titel „Unendlicher Spaß“, der jeden, der ihn sich ansieht, so in seinen Bann zieht, dass er vor dem Bildschirm verhungert und verdurstet.
Ein über 1600-Seiten-Brocken, vor dem ich mich viel zu lange gedrückt habe. Ich weiß noch nicht, ob ich ihn durchhalte, man merkt sofort, dass das alles andere als leichte Kost ist, auf jeder Seite eine rekordverdächtige Fremdwörterdichte und etliche Fußnoten, aber die begeisterten Kritiken derer, die dieses Werk bezwungen haben, sind zu verlockend… 😉

ZDF-Beitrag über Unendlicher Spaß bei YouTube

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Prolog

Am 31.10. hatte ich das Dutzend wieder voll, höchste Zeit, endlich einen kleinen Lesereport zu schreiben. Der Anfang war schnell getippt, nur fehlten dann immer Zeit oder Lust oder Energie, von allen 12 Büchern zu erzählen. Doch auch in mehreren Etappen kommt man irgendwann am Ziel an. Auf gehts:

1. Kapitel
Goodbye Lemon“ von Adam Davies
Mein zweiter Roman von Davies. Der „Froschkönig“ hatte mich damals schwer begeistert, also waren meine Erwartungen hoch. Leider konnte „Goodbye Lemon“ nicht ganz mithalten, aber war dennoch ein wirklich guter Roman darüber, wie trügerisch Erinnerungen sein können und welche tragischen Folgen Schweigen haben kann.
Jack hat kaum Erinnerungen an seinen kleinen Bruder, der mit fünf im See ertrunken ist. In seiner Familie verliert niemand ein Wort über ihn. Jack hat früh jeden Kontakt zu ihnen abgebrochen und lebt sein eigenes Leben. Als jedoch sein Vater einen Schlaganfall erleidet, fährt er zusammen mit seiner Freundin zurück in das Haus seiner Kindheit, das er eigentlich nie wieder betreten wollte. Zu seinem verhassten Vater, der seit dem Schlaganfall keinen Muskel bewegen kann, seinem ständig alkoholisierten Bruder, seiner unterkühlten und perfektionistischen Mutter.
Ein spannendes Familiendrama, sehr gut geschrieben!

2. Kapitel
Seelenbrecher“ von Sebastian Fitzek
Mein dritter Roman von Herrn Fitzek und wieder ein absoluter Pageturner mit einer sehr dichten Stimmung. Er zaubert sofort ein Kopfkino herbei und man kann das Buch erst wieder weglegen, wenn der Abspann läuft (einen Film macht man halt nicht einfach mal aus).
Für ein Experiment müssen einige Psychologiestudenten einen Bericht durchlesen. In diesem geht es um einen Serienmörder, der seine Opfer seelisch gebrochen hat, und um einen Mann, der sich in der Psychiatrischen Klinik wiederfindet und keine Erinnerung hat. Einen Tag vor Weihnachten wird der Seelenbrecher als Patient eingeliefert und durch einen Vorfall ist die Klinik von der Außenwelt abgeschlossen. Und der Seelenbrecher nimmt seine Arbeit auf.
Nicht sein bester Roman, aber dennoch wieder sehr spannend und flüssig geschrieben!

3. Kapitel
City Of Ashes“ von Cassandra Clare
Gerade bei den Fantasy-Jugendbüchern kommt momentan jede Menge Schund und Dutzendware raus, da ist das hier einfach eine Perle! Der zweite Band der „Chroniken der Unterwelt“ hat mir fast noch besser als der erste gefallen. Mit Humor, Tiefe und Einfallsreichtum hebt sich diese Reihe sehr postiv aus der Menge hervor und sei jedem ans Herz gelegt, der was für moderne Vampire, Werwölfe und so weiter übrig hat. Cassandra Clare schafft es einfach, niemals ins Kitschige oder Klischeehafte abzurutschen und hat einen herrlichen trockenen Humor.
Große Klasse!
(Leider heißt es nun bis zum nächsten Jahr auf dritten Band warten…)

4. Kapitel
Keller“ von Richard Laymon
Nachdem mir „Die Show“ so gut gefallen hat, hab ich bei diesem Sammelband zugeschlagen: Die ganze Trilogie über das „Horrorhaus“ (fast 1300 Seiten) für nur 15 Euro.
Leider war mir das nun doch etwas zu viel Laymon und die Stimmung ganz anders als bei „Der Show“. Besonders genervt hat mich, dass es ständig um Sex geht. An sich stört mich das nicht, aber hier war es etwas zu viel des Guten. Auf fast jeder zweiten Seite taucht das Wort „Brustwarze“ auf (wirklich!), da brauchen sich ein Mann und eine Frau gerade mal kennenlernen, da brennen sie sofort vor Lust aufeinander und treibens meistens sofort an Ort und Stelle miteinander. Die „Monster“ haben natürlich auch nur Sex im Sinn (das Zerfleischen kommt aber gleich an zweiter Stelle) und im ersten Roman begleiten wir streckenweise einen pädophilen Psychopathen und müssen intensiv am Sexleben mit seinem kleinen Opfer teilnehmen.
Ansonsten geht es sehr brutal und blutig zu. All das gibt es reichlich. Nur bei der Handlung hat sich Laymond zurückgehalten. Spannung? Manchmal. Langeweile? Häufiger.
Nun ja, also irgendwie ein Sex-Splatter-B-Movie in Buchform. Muss man nicht gelesen haben.

5. Kapitel
Hölle“ von Will Elliott
Mit rabenschwarzen Humor gewürzter düsterbunter Horrortrip!
Mehr durch Zufall landet Jamie in einer Art Nebendimension (oder gar Teil der Hölle?) in Form eines mörderischen und verrückten Rummelplatzes. Dort muss er als einer der Clowns im Zirkus arbeiten und einige Prüfungen bestehten. Oder sterben.
„Du hast zwei Tage, um die Prüfung zu bestehen. Besser du bestehst sie, sonst müssen wir dich töten.“ (Gonko, der Clown)

Als wäre das nicht schlimm genug, hat er täglich mit sich selbst zu kämpfen, denn durch die Clownschminke kommt seine übelste und gemeinste Seite ans Tageslicht, die sich auf dem Rummelplatz sehr wohl fühlt und immer mehr Kontrolle über ihn bekommt.
Unterhaltsamer Horrorspaß!

6. Kapitel
Schöner wird’s nicht“ von David Sedaris
Ich warte weiterhin auf großstadttelefonbuchdicke autobiographische Kurzgeschichtenbände von Sedaris und seinem (in meinen Augen) Seelenverwandten Augusten Burroughs! Dieser Kurzgeschichtenband war wieder viiieeel zu kurz und ein grandioser Lesegenuss!
Uneingeschränkte Empfehlung!!!

7. Kapitel
Ich, Oliver Tate“ von Joe Dunthorne
Ach, ich hab eine Schwäche für unterhaltsame Geschichten, die aus der Sicht von altklugen Jungen geschrieben sind. Und dieser hier war sehr unterhaltsam!
Oliver Tate ist fast 15 und lässt uns sehr intensiv an seinem pubertären Leben und seinen Gedanken über sich und seine Umwelt teilhaben. Seine Mutter befindet sich auf seinem Selbstfindungstrip, sein Vater hat häufig Depressionen, sein bester Freund Chips ist ein „traditioneller Tyrann“, seine Freundin Jordana hat sich die Beziehung zu ihm durch Erpressung erschlichen, er erlebt seinen ersten Sex, versucht die Ehe seiner Eltern zu retten und seine Schulabschlussprüfung zu schaffen.
Ein wirklich witziger, intelligenter, lebendiger, manchmal etwas bösartiger, und immer großartig geschriebener Debütroman!

8. Kapitel
Infiziert“ von Scott Sigler
Wenn man hier eine Schublade suchen möchte, müsste man die mit der Aufschrift „King- und Koontz-Horror“ wählen.
Ein solider und spannender Horrorthriller über einen mysteriösen Virus, der die geistige Kontrolle über seinen menschlichen Wirt übernimmt und ihn zum wahnsinnigen Mörder mutieren lässt. Die US-Regierung ist ratlos und in höchster Alarmbereitschaft. Einer der Infizierten ist der Ex-Footballprofi Perry Dawsey, der merkwürdige Veränderungen in sich spürt, bald fremde Stimmen in seinem Kopf hört und seinen einsamen Kampf gegen das fremde Leben in seinem Körper aufnimmt.
Über das Ende kann man, wie meist bei solchen Romanen streiten, ich fand es ok, aber unbestreitbar ein netter Pageturner für jeden, der etwas Splatter vertragen kann.

9. Kapitel
Joker“ von Markus Zusak
Vor ein paar Monaten habe ich seine herausragende „Bücherdiebin“ gelesen. Auch der „Joker“ ist eine gehaltvolle und sehr gut geschriebene Geschichte, aber kann nicht so ganz mit der „Bücherdiebin“ mithalten.
Ed ist 19, Single, unglücklich verliebt in seine beste Freundin und Taxifahrer, als er eines Tages in einen Banküberfall verwickelt wird. Eher durch Zufall wird er zum Helden und erhält seitdem anonyme Post ist Form von Spielkarten. Hinter jeder der Spielkarten verbergen sich Aufgaben, die es erst herauszufinden und dann zu erfüllen gilt.
Was es damit auf sich hat und wer dahinter steckt, erfahren Ed und der  Leser erst am Ende der Geschichte.
Spannend, warm, humorvoll, intelligent und ein bissl Lebensweisheitsbotschaft, ohne in den Kitsch abzugleiten.

10. Kapitel
Vampire! Vampire!“ von Markus Heitz
Folgendes Dialogzitat auf „From Dusk Till Dawn“ erwartet uns auf der ersten Seite:

***
JACOB: „Hat jemand hier ein echtes Buch über Vampire gelesen, oder erinnern wir uns nur an das, was wir in Filmen gesehen haben? Ich meine, ein echtes Buch?“
SEX MACHINE: „Du meinst, wie ein Time-Life-Buch?“

Alle lachen
***

Nun hat sich Markus Heitz an die Arbeit gemacht und alles über Vampire zusammengetragen, was sich weltweit über die untoten Blutsauger finden ließ. Und das ist einiges! Unglaubliches, Witziges, Interessantes: Wer hätte z.B. gedacht, dass selbst landwirtschaftlichen Geräten oder sogar Stühlen schon vampirische Aktivitäten nachgewiesen wurden?
Ein wirklich unterhaltsames und kurzweiliges Buch für alle Vampirfreunde!

11. Kapitel
Drei Irre unterm Flachdach“ von Bastienne Voss
Keine zusammenhängende Geschichte, sondern autobiographische Episoden aus dem DDR-Alltag und einem ungewöhnlichen Drei-Personen-Haushalt (sie wächst bei ihren Großeltern auf).
Unterhaltsam und nett.

12. Kapitel
Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ von Rocko Schamoni
Mein erster Schamoni und garantiert nicht mein letzter!
Schöne Mia, sexy Mia. Scheiß auf deine billigen Männer. Ich, Fürst der Überflüssigen, Anführer der riesigen Armee der Coquille, die die konspirative Geheimloge der Nichtsnutze ist, Advokat der internationalen Idiotenvereinigung, werde dein zukünftiger Ex-Freund sein, der, der weniger zu bieten hatte als all die durchschnittlichen Funktionierer vor mir. Sie sind zu dumm, um Angst zu haben. Ich bin der laufende Zweifel. Warum ich so strahle? Warum mich alle haben wollen? – Angst schuf diesen perfekten Geist.“ (S. 78),
möchte der hamburger Kunststudent Michael Sonntag zu seiner geheimnisvollen Nachbarin von Gegenüber sagen. Doch irgendwie ist er dann doch zu sehr mit dem Leben beschäftigt, mit der Melancholie, Paranoia, Psychotherapie, Hypochondrie, Depressionen, Alkohol, seiner Ex-Freundin, seinem extremen Mitbewohner, Sex mit Frauen-deren-Namen-man-viel-zu-schnell-wieder-vergessen-hat und seinem Nebenjob als Roadie bei den „Black Jets“.
Düster, schrullig, witzig, realistisch, ironisch, lakonisch: Lesenswert!

Epilog
Es ist vollbracht. Draußen tanzen nun ganz leise die ersten kleinen Schneeflöckchen der Saison vorm Fenster, diese scheinheiligen Biester, nun lässt sich der Winter nicht mehr ignorieren. Mittlerweile haben sich vier weitere ausgelesene Bücher angesammelt, aber das ist eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt wird…

Da wohne ich bereits einige Jahre in Dresden und falle noch immer gelegentlich darauf herein:

Eine Kundin möchte ihr bestelltes Buch abholen und nennt mir ihren Namen. Nachdem ich eine Weile erfolglos das Regal durchforstet habe, fügt sie hinzu: „Mit B, wie Baula.“

Doch eigentlich wollte ich jetzt von meinen letzten Büchern erzählen.

Arcadia“ von Samantha Devin

Erst kürzlich habe ich einen Artikel über junge Schriftstellerinnen gelesen und eine von ihnen hatte in ihrer Anfangszeit ernsthaft überlegt, sich ein männliches Pseudonym zuzulegen, um ernstgenommen zu werden. Ich kann das gut verstehen, denn ich erwische mich selbst häuftig mit Vorurteilen. So auch hier. Doch der Klappentext klang interessant und schon nach wenigen Seiten hatte sie mich.

Julia Aridell ist 33, Schriftstellerin, gelangweilt und enttäuscht vom Leben. Finanziell unabhängig verbringt sie ihre Tage in selbstgewählter Einsamkeit mit Nichtstun. Bis eines Tages ein unbekannter Anrufer diesen einen Satz sagt: „Et in arcadia ego
Zwei Jahre zuvor hatte eine Mutter ihre Tochter und beinahe auch ihren Sohn grausam ermordet und sich mit diesem Satz (eingestickt in ein Kissen, wenn ich mich nicht irre) fotographieren lassen. Julias Neugier ist geweckt und wird zur Obsession. Unter dem Vorwand, einen Roman über diesen Fall zu schreiben, besucht sie die Mörderin im Gefängnis und trifft etwas später auch auf Daniel, den Bruder des toten Mädchens. Ein Junge mit einer faszinierenden Ausstrahlung, der sie sich nicht entziehen kann. Eine folgenschwere Begegnung.

Eine ausgewogene und interessante Mischung, man erfährt einiges über griechische Mythologie, philosophische und moralische Fragen werden aufgeworfen (zum Glück nicht beantwortet) und insgesamt eine spannende Rahmenhandlung mit einigen Überraschungen. Gut gefallen hat mir auch, dass sich die Figuren selten in die Karten schauen ließen und sich die wenigsten in klassische Schubladen einsortieren lassen. Ungewöhnliche und intelligente Unterhaltung, sehr lesenswert!

Jeder Mensch, jede Familie, jedes Volk wählte aus dem unendlichen Spektrum der Möglichkeiten eine begrenzte Anzahl von Mitteln aus, um sich eine eigene Realität zu konstruieren und, ausgehend von dieser, mit der Umwelt zu interagieren. Im Normalfall existierten diese Realitäten friedlich nebeneinander. Andernfalls kam es zu Konflikten und Kriegen oder, wie bei mir, zum Zerfall von Wertvorstellungen.“ (S. 104)

***

Firmin – Ein Rattenleben“ von Sam Savage

Drei Gründe sprachen bereits vor dem Lesen für dieses Buch:

1.: Ansprechende Antik-Optik. Die Seiten sind am rechten Längstschnitt ungleichmässig geschnitten.
2.: Eine Ratte erzählt aus ihrem Leben. Ich mag Ratten und hatte selbst mal eine.
3.: Bücher über Bücher, Leser, Buchhandlungen, Literatur und Schriftsteller… schon klar, oder?

Die Ratte Firmin wächst in den 60ern mit 12 Geschwistern und einer alleinerziehenden, überwichtigen, alkohlsüchtigen Rattenmutter in den Wänden einer Buchhandlung auf. Als kleinstes und schwächstes Kind bleibt ihm häufig nichts anderes, als sich von Buchseiten der Klassiker zu ernähren. Während seine Geschwister und auch seine Mutter irgendwann ihre eigenen Wege gehen, bleibt Firmin, lernt lesen, und liest und futtert sich durch die Weltliteratur. Er fühlt sich zu den Menschen hingezogen, denkt und fühlt ähnlich wie sie, doch ist und bleibt eine einsame Ratte.

Ein hübscher Lesespaß, wenngleich auch oft düster und traurig. In der Mitte gibt es ein paar Längen.

***

Dem Tode nah“ von Linwood Barclay

Den Thriller habe ich, genau wie den letzten Roman von Barclay („Ohne ein Wort„), an einem Tag gefressen. Man findet einfach keinen Punkt, um eine Pause einzulegen und ist getrieben von der Neugier, wie sich die Geschichte wohl auflösen wird.

Der 17jährige Derek hat einen Plan. Die Nachbarn, sein bester Freund und dessen Eltern, wollen in den Urlaub fahren. Er versteckt sich bei ihnen im Keller und will sich dort später heimlich mit seiner Freundin treffen. Doch der Traum vom ungestörten Liebesnest wird zum Alptraum, denn er wird Zeuge der Ermordung der Nachbarsfamilie. Es dauert nicht lange, da gerät er selbst in Verdacht.

Wie auch bei „Ohne ein Wort“ wird der Prolog vom unmittelbar Betroffenen, hier Derek, erzählt. Der Roman selbst von seinem Vater.

Rasante und schmackhafte Fast-Food-Kost. Wirklich gute Unterhaltung!

***

Über das Schreiben“ von Sol Stein

Hier bin ich der Empfehlung von Andreas Eschbach gefolgt. Ungelesen verstaubte es über ein Jahr im Regal, fiel mir nun in die Hände und entpuppte sich nach wenigen Seiten als spannende Lektion über das Schreiben. Unterhaltsam und anschaulich geschrieben, voller Informationen, Beispiele, Tricks und Kniffe.

Für Interessierte absolut empfehlenswert!

***

Columbus war ein Engländer“ von Stephen Fry

Mein aktuelles Buch, ich bin gerade im ersten Viertel, also sind die Informationen noch rar. Der Schauspieler und Schriftsteller Stephen Fry erzählt von seiner Kindheit und Jugend, die er hauptsächlich in Internaten verbrachte.

Wie auch seine Romane sehr unterhaltsam und flüssig geschrieben, macht Laune!